Rodung im Naturschutzgebiet

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Buerger
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Rodung im Naturschutzgebiet

Beitrag von Buerger » Sa 24. Mär 2018, 17:31

Da ist Hagenbach mal wieder gewaltig in das Fettnäpfchen getreten und muss nun obendrein noch erheblich finanziell bluten (Wiederherstellung/Neupflanzung auf Grundlage einer Fachplanung). Geld ist aber ein absolut virulentes Problem. Vielleicht sagt man den Bürgern dann auch, was deshalb nicht gemacht werden kann. Die Hagenbacher Bürger wurden bisher nur durch den Zeitungsartikel informiert, und der frisch genehmigte und gerade veröffentlichte Haushalt hat dies sicherlich nicht berücksichtigt.

Die „Verantwortlichen“ für die Maßnahme haben sich gem. der Niederschrift (noch nicht endgültig) der Stadtratssitzung vom 08.03.2018 schon bekannt:
Als letzteres fragte der Einwohner nach dem massiven Kahlschlag am Ortsausgang zum Altwasser. Hier informierte F. X. Scherrer, dass aufgrund von Sicherungspflicht gehandelt werden musste. Hecken und Bäume mussten entfernt werden, werde aber alles neu bepflanzt. Dies sei eine Maßnahme des Bürgermeisters und seinen Beigeordneten.

Nimmt man nun noch die Wiesen, Blumen, Kräuter und Bienen wird es wohl eine sehr interessantes Anhörungsverfahren geben und das Schwarze Peter schieben kann beginnen. Die Verwaltung ist so anscheinend nicht betroffen. Für den Normalbürger heißt es übrigens Unwissenheit schützt vor Strafe nicht. So wurde auch bereits ein entsprechendes Strafverfahren durch ein Mitglied des Verbandsgemeinderates im Rahmen einer Stellungnahme gefordert.

Gem. der u.a. Pressemitteilung aus 2016 ist eine Erklärung für diese nun auch finanziell folgenreiche Landschaftsmaßnahme wohl obendrein insgesamt dann doch sehr schwierig. Man beschäftigt sich schließlich seit knapp 1 ½ Jahren mit einem Thema, bei dem der Ist-Zustand die Grundlage für die weitere Arbeit ist (oder vielleicht auch nicht?). Ein Blick in den ERP Rhein-Neckar zeigt sofort, dass in diesem Bereich ein Naturschutzvorranggebiet ist.

Zudem hatten sich die Stadt und Verwaltung bereits 2012 intensiver mit dem Thema von „Wiesen“ in dem nord-westlichen Bereich der Stadt Hagenbach beschäftigt und alle Beteiligten wussten, zumindest damals, sehr genau, dass hierfür Änderungen der bestehenden Grundlagen und Planungen erforderlich sind.

Somit scheint zwischenzeitlich wohl doch eher nicht viel geschehen zu sein.

Ach ja, da stehen doch auch seit 2016 Gespräche mit dem LBM bezüglich des Neubaugebietes Nord an (Beschluss Stadtrat). Wie ist da eigentlich der Sachstand? Gem. der letzten offiziellen Aussage ist da auch noch so gut wie gar nichts gelaufen, aber Planungen sind beauftragt. Andererseits waren bisherige Gesprächs- und Verhandlungsrunden mit dem LBM sehr langwierig und vor dem Hintergrund der bisher doch sehr fragwürdigen Ergebnisse/Vorschläge nicht unbedingt sehr erfolgreich.

Pressemitteilung vom 09.12.2016 im Amtsblatt Hagenbach:
„Gemeinsame Presseinformation der Städte Hagenbach und Wörth sowie der Verbandsgemeinde Hagenbach. Möglichkeiten der gemeinsamen raumplanerischen Entwicklung nutzen.“
Nach einem gemeinsamen Abstimmungsgespräch teilen Stadtbürgermeister Franz Xaver Scherrer (Stadt Hagenbach), Bürgermeister Dr. Dennis Nitsche (Stadt Wörth) und Bürgermeister Reinhard
Scherrer (VG Hagenbach) mit, dass die Kommunen in einem vereinten Vorgehen bei raumplanerischen Konzepten große Chancen sehen. Insbesondere zur Wahrung der beiderseitigen Interessen in Bezug auf zusätzliche Gewerbeflächen und zusätzliche Flächen für Wohnbebauung erscheint ein gemeinsames Vorgehen erfolgversprechend. Hierzu fand am 22. Oktober 2016 in Hagenbach ein erster Austausch statt.
Die Gebietskörperschaften Wörth und Hagenbach sind ein begehrter Standort sowohl für gewerbliche Ansiedlungen als auch für attraktiven Wohnraum. Im Abstimmungsgespräch waren sich alle Teilnehmer einig, dass aufgrund der optimalen Verkehrsanbindung (B9) und der anhaltend großen Nachfrage ein gemeinsamer Versuch unternommen werden soll, langfristig Möglichkeiten zu schaffen, um neue Betriebe anzusiedeln und Wohngebiete zu verwirklichen. Nach dem Motto „Gemeinsam sind wir stark“ sollen nun weitere Schritte eingeleitet werden, um langfristig Entwicklungsmöglichkeiten für beide Kommunen aufzuzeigen. Die Abstimmung von konkreten Vorhaben mit den Zielen der Raumordnung ist ein zeitlich langer Prozess. Die Kommunen müssen frühzeitig Weichen stellen, damit eine Umsetzung in einigen Jahren von Erfolg gekrönt sein kann und gemeinsame Ziele erreicht werden können. Deshalb soll nun in einem ersten Schritt eine gemeinsame raumplanerische Konzeption erstellt werden, welche die Potenziale und Möglichkeiten für beide Kommunen aufzeigt. Übereinstimmung gab es auch bezüglich eines gemeinsam abgestimmten Handelns zur demografischen Entwicklung. Das übergeordnete Ziel von Dr. Dennis Nitsche, Franz Xaver Scherrer und Reinhard Scherrer ist es, neue Entwicklungsmöglichkeiten für Gewerbe und Wohnen über die kommunalen Grenzen hinaus zu untersuchen und die Chancen einer Realisierung auszuloten. Die Bürgermeister sind sich einig, dass dieser Denkanstoß breit in den beteiligten Kommunen erörtert werden muss. Eingebunden in die Überlegungen wird ebenfalls der Landkreis. Das Vorhaben soll in die anstehende Neukonzeption der gewerblichen Entwicklungsstrategie des Land-kreises Germersheim eingebettet werden.

Buerger
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Re: Rodung im Naturschutzgebiet

Beitrag von Buerger » Mi 4. Apr 2018, 11:51

Hierzu dann noch eine interessante Ergänzung aus dem Bericht zur Entente Florale:

...Über die Brücke Altwasser kommen wir zum nächsten Kreisel, der unsere Gäste willkommen heißt, ist die Geschichte ist ein Teil der Geschichte Hagenbachs abzulesen. Einmal die Hainbuche, der Baum unseres Wappens, der römische Leugenstein der auf den Römerweg (der an Grenze von Hagenbach liegt) hinweist sowie eine Notenzeile die eine singende und musizierende Gemeinde dokumentiert.
Ein Naturschutzgebiet entlang des Hessbaches begleitet uns ein Stück der Fahrt bis wir in die Habsburger Allee einbiegen.
...
siehe auch:
https://www.hagenbach.de/index.php/buer ... nteflorale
Soviel zum Thema Nicht-Wissen.

Gast

Re: Rodung im Naturschutzgebiet

Beitrag von Gast » Mo 16. Apr 2018, 19:15

Der Dschungel lichtet sich:
- Gem. Rheinpfalz ist die Verwaltung bei der Rodung außen vor
- Die Verantwortung wurde gem. der letzten Stadtratssitzung durch den Bürgermeister übernommen, Beigeordnete anscheinend außen vor
- Die Anhörung läuft immer noch
Nachdem man nun der alleinige Dumme ist bleibt noch eine weitere politische Karte zu ziehen und sich auch dumm zu stellen.
Einen Versuch ist es allmal wert. Bei obiger Sachlage aber wohl schwer. > Entente Florale lässt grüßen.

yankeedoodle
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Re: Rodung im Naturschutzgebiet

Beitrag von yankeedoodle » So 6. Mai 2018, 08:52

Apropos Entente Florale.
Vor der eigentlichen Begehung/Prüfung gab es ja noch den "Brandbrief" des Herrn Bürgermeisters, man solle sein Grundstück äusserlich in einen ansehnlichen Zustand bringen.
Wie es der Zufall will, wurden am Grab meiner Eltern einen Tag vor der Begehung nicht mehr ganz taufrische Blumenpflanzen herausgerissen und entsorgt. Nötig wäre es nicht gewesen...

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