Ökumenische Kinderkirche

Seit fünf Jahren gibt es in Hagenbach eine „ökumenische Kinderkirche“, die von engagierten Eltern beider Konfessionen getragen und von den Seelsorgern beratend begleitet wird. Ganz auf die Weihnachtsbotschaft ausgerichtet war die Andachtsstunde des vierten Advent in der St. Michaelskirche. Hier hat das erfolgreiche Team nun aber auch seinen Rücktritt bekannt gegeben.

Erwartungsvoll sitzen über 20 Kinder auf großen Kissen vor dem Altar, so ähnlich mag es wohl mit dem Besuch des kleinen Jesus im Tempel gewesen sein. Die Allerkleinsten sind noch auf Mamas oder Papas Armen, krähen ab und zu laut, während ein besonders neugieriger Zwerg durch die andächtige Szenerie schlendert. Das ist eben „Kinderkirche“, die von Tobias Lässig mit immer gleichen Ritualen eröffnet wird. Es gibt eine Glocke, die den Beginn ankündigt und ein Kind darf die große Kerze anzünden, es gibt immer das Vaterunser in Worten und Gesten und meist die gleichen Lieder „weil das unsere Kinder einfach schon kennen“. Doch heute erklingen vor allem laut und freudig die traditionellen Weihnachtslieder. Und die Geschichte der Herbergssuche wird von den Mädchen und Jungen fasziniert verfolgt, denn während Mechthild Lerg einen kindgerechten Text vorträgt, entstehen auf der Leinwand fortlaufend einfache Bilder, die Kerstin Franz per Overhead-Projektor gleichzeitig skizziert. Immer erarbeitet das Team solch besondere Ideen, wie mit Hören, Sehen, Singen und aktiver Beteiligung die christliche Botschaft für die Kinderwelt erschlossen werden kann. So lesen die Schulkinder bereits die Fürbitten: „Lieber Gott lass uns Kinder fröhlich sein, auch die Kinder, die jetzt fliehen mussten“. „Hilf uns, dass wir immer Familie und Freunde haben“. Es sind Sorgen und Gedanken, wie sie Kinder durchaus verstehen. Nadin Lässig möchte ihren drei Mädchen mit dieser christlichen Erziehung die Werte der Kirche, wie Nächstenliebe, Achtsamkeit und Zusammenhalt vermitteln. „Weil die Welt immer mehr auf Hektik, Selbstverwirklichung und Individualisierung ausgerichtet ist. Und das gerade weil ich aus der ehemaligen DDR komme“, fügt sie erklärend hinzu. „Julian soll hier in der Kinderkirche Gott kennenlernen“, ergänzt Britta Dechant-Schickl einen weiteren Grund vieler Eltern. Während die größeren Kinder wie Elena und Lilia ihre Freude bei dieser Andachtsstunde damit haben, „weil hier große und kleine Kinder zusammen kommen“. „Und dass die (biblischen) Geschichten immer so interessant sind“. Heute am vierten Advent gibt es zum Abschied in die Weihnachtswoche noch eine Lichterprozession bei der die Kleinen ganz konzentriert und andächtig ihre Kerze durch die dunkle Kirche tragen.

Pfarrer Pfautsch von der protestantischen Kirche und Lydia Würth, Dekanatsbeauftragte für Kindergottesdienste, loben das große Engagement der Eltern „das ist einmalig im Dekanat“, und bedauern, dass dies zunächst die letzte Veranstaltung war. Dabei betonen die Eltern, dass es eine großartige Zeit war, das man aber „herauswächst, wenn die Kinder größer werden“. Sie ermuntern Eltern kleinerer Kinder zum Mitmachen auch mit dem Argument, dass sich der Zeitaufwand in Grenzen hält. Weiterhin aktiv wird Mechthild Lerg sein, die sich über weitere aktive Eltern freut: E-Mail: Lerg.Biz@gmail.com

(zur Verfügung gestellt durch Stadt Hagenbach)

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