Neujahrsempfang 2015 am 4.1.2015

Ansprache Stadtbürgermeister Franz Xaver Scherrer

Meine lieben Mitbürgerinnen und Mitbürger,
verehrte Gäste,

das neue Jahr mit einem neuen, unvoreingenommenen Blick auf die Ereignisse um uns herum zu beginnen, ist nicht immer ganz einfach. Altes hinter sich zu lassen und Neuem mit Zuversicht und Offenheit zu begegnen, ist jedoch gerade in einer Zeit mit vielen offenen Fragen notwendig. Denn bereits im „Voraus zu wissen“, wie „die Zukunft“ laufen wird“, verstellt den Blick auf Möglichkeiten, die uns Lösungen näher bringen, auch wenn sie unerreichbar scheinen.

Trotzdem ist es ein guter Brauch, sich zum Jahreswechsel an wichtige Ereignisse der vergangenen zwölf Monate zu erinnern. Was haben wir erlebt, welche Ereignisse haben uns besonders berührt und betroffen gemacht und welche Erfahrungen sind im Gedächtnis geblieben?

Zu diesem guten Brauch gehört, sich für das neue Jahr „alles Gute“ zu wünschen. Dieser Gepflogenheit möchte ich folgen. Ich heiße Sie alle hier beim heutigen Neujahrsempfang unserer Stadt herzlich willkommen und verbinde mit diesem Neujahrsgruß meine besten Wünsche für die kommende Zeit, für jede und jeden von Ihnen persönlich.

Meine sehr verehrten Damen und Herren,

das Jahr 2014 war geprägt von vielen kriegerischen Auseinandersetzungen. Von unendlichem Leid und Schmerz. Von täglich neuen, schlimmen Nachrichten.

Auch wenn wir hier in Deutschland immer wieder mit den Widrigkeiten des Lebens zu kämpfen haben, sollte uns unsere Ausnahmestellung in dieser Welt bewusst sein.

Welch Luxus ist es doch, in aller Regel nicht um sein Leben fürchten zu müssen, auf frisches sauberes Wasser ohne nachzudenken jederzeit zurückgreifen zu können, oder wenn man Hunger hat, aber der Kühlschrank leer ist, schnell man den Pizzaservice anrufen zu können.
Oder einen sicheren Arbeitsplatz zu haben, der jeden Monat pünktlich den Lohn oder das Gehalt sicherstellt.

All dieses Elend und diese Nöte machen einem erst so richtig bewusst, wie gut wir es eigentlich haben. Natürlich kennen die Menschen auch hier Probleme und Sorgen. Aber wir leben in Frieden und Freiheit, das Grundeinkommen ist gesichert und der Aufschwung der letzten Jahre ist bei vielen angekommen.

Dabei denke ich auch an meine Indienreise in diesem Jahr. Das dort Gesehene ist mir immer wieder vor den Augen: die Hungernden am Wegesrand, sie warteten auf die von uns verteilten Mahlzeiten.

Die vielen Slums, keine Häuser, nur Hütten mit Plastikfolien, Küche und Schlafmöglichkeit, soweit man dies so nennen kann, ein kleinem Raum, ohne Tür. Und dies für 5-8 Personen. Die Kinder fast nackt, keine Kleider.

Dabei gehen auch meine Gedanken dort an die Kindergärten und Schulen in denen eine Schulbildung gewährt wird, an die Unterbringung in so genannten Hostels für Waisenkinder oder an ausgesetzte Kinder, die eine Heimat gefunden haben.

Oder auch die Lepra- und Krankenstation,sowie die Leibeigenen,
alles Menschen denen geholfen wird oder noch zu helfen ist. Eine Armut bei den Ärmsten der Armen.

Und da ist aber auch eine Dankbarkeit durch strahlende Kinderaugen, fröhliche Kinder, dankbare Hände bei der Armenspeisung und bei den Leprakranken. Dies ist für mich eine Bereicherung in meinem Leben. Es gibt sie doch noch die Dankbarkeit, die wir zum Teil aus den Augen verloren haben.

Und solch eine Dankbarkeit ist für mich eine Sternstunde des Lebens.

…denn Sternstunden sind herausragende Momente in unserem Leben.

Momente in denen wir glücklich oder erfolgreich sind mit unserem Werk oder in denen wir uns denen nahe fühlen, die uns wichtig sind.

Sternstunden bezeichnen die Zeit, in der wir berührt werden vom Leben!

…so kann jeder Tag Sternstunden für uns bereithalten. Lassen Sie sich
davon im neuen Jahr berühren.

Meine sehr verehrte Damen und Herren,

das vergangene Jahr war ein ereignisreiches, ein sehr markantes Jahr für unsere Stadt. In vielen Bereichen haben wir den Grundstein für die Zukunft gelegt. Wir haben die richtigen Maßnahmen ergriffen und werden diese Erfolg versprechende Politik 2015 konsequent fortführen.

Zu den Maßnahmen, darf ich einige Daten nennen:

Sanierung Schlossgärtenstraße
Durch die Sanierung der Schlossgärtenstraße hat das gesamte Stadtbild eine weitere Aufwertung bekommen. Die Kosten beliefen sich hier auf 500.000,– Euro

Entschlammung
Der Wettergott hat es gut gemeint mit der Entschlammung des Altwassers. Diese Maßnahme konnten zügig durchgeführt werden. Die Kosten waren mit 550.000,– Euro veranschlagt. Dabei wurde dankenswerterweise ein Zuschuss des Landes von 90% gewährt.

REWE
Mit der Genehmigung der Verlagerung und Neubau des REWE-Marktes haben wir die tägliche Versorgung der Mitbürger weiterhin sichergestellt.

Breitwiesen
Mit der Erschließung des Gewerbegebietes „Breitwiesen“ für 1,1 Millionen Euro, werden auf einer Fläche von 50.000 Quadratmetern die Vorrausetzungen für weitere Betriebsansiedlungen geschaffen und damit können dort weitere Arbeitsplätze entstehen.

Rathaus
Nach 170 Jahren war eine Runderneuerung des alten Rathauses fällig. Für 420.000,– Euro wurde das historische Gebäude innen komplett saniert, umgebaut und außen mit einem neuen Anstrich versehen. Die vielen Besucher konnten sich von der eigentlichen „guten Stube“ oder auch von der Galerie Altes Rathauses überzeugen und auch bewundern. Zweidrittel der Kosten hat die Landesregierung im Rahmen der Städtebauförderung übernommen.

Urnenstelen
Um dem Bedarf bei den verschiedenen Bestattungen gerecht zu werden, wurden auf dem neuen Friedhof neue Urnenstelen in einer Grünanlage aufgebaut.

Kindergarten
Kinderlachen überall beim 40-jährigen Jubiläum des städtischen Kindergartens Regenbogen war zu spüren. Mit einem großen Fest wurde das Jubiläum gefeiert.

Katholischer Pfarrer
Und da war noch eine übergeordnete Entscheidung: Pfarrer Dr. Patrick Asomugha musste nach 5 Jahren Hagenbach verlassen und wir durften Pfarrer Alexander Pommerening als neuen Kooperator begrüßen.

Kommunalwahlen
Und nicht zuletzt fanden die Kommunalwahlen statt. Der Stadtrat hat ein neues Gesicht bekommen. Ich danke den ausgeschiedenen Ratsmitglieder für Ihren Einsatz und wünsche dem neuen Stadtrat eine gute und erfolgreiche Zusammenarbeit.

Meine sehr verehrten Damen und Herren,

wenn es um künftige Entwicklungen von Hagenbach geht, da ist die Meinung und die Mitwirkung aller gefragt. Bürgerbeteiligung ist in unserer Zeit unabdingbar. Dazu lade ich Sie ein, machen Sie davon regen Gebrauch, denn Ihre Meinung ist uns wichtig.

Auf der Agenda für dieses neue Jahre stehen an:

Neubaugebiet und Sportplatz
Die Machbarkeitsstudie für die Schaffung von neuen Bauplätzen ist erstellt. Dazu muss der jetzige Sportplatz verlagert werden. In einer der nächsten Sitzungen werden wir darüber beraten und anschließend eine Bürgerversammlung zu diesem Thema durchführen.

Straße Am Stadtrand
Nach mehrmaligen Bürgerbeteiligungen wird die Straße am Stadtrand komplett saniert. Die Verkehrsicherheit für Kinder und Erwachsene findet hier ihre Berücksichtigung, ebenso wie Straßenbegleitgrün.

Städebauförderung
Die Förderung im Rahmen der Städtebauförderung läuft im Jahr 2016 aus. Mögliche Fördergelder sollten sinnvoll angelegt werden. Dazu wird auch eine Förderung für die Sanierung der Maximilian-, Theresien- und Ottostraße beantragt. Weitere Fördermittel für Privatmaßnahmen stehen bereit.

Ludwigstraße 3 und 7
Gerade hier sind in den letzten Tagen Bewegungen zu verzeichnen. Erste Gespräche mit einem Investor haben stattgefunden. Weitere stehen an. Der Verantwortung für das Jahr 2015 müssen wir uns stellen. Es sieht von außen so einfach aus, aber der Weg zur Vollendung ist meist sehr steinig.

Viel Arbeit liegt vor uns, packen wir es gemeinsam an, so wird es uns gelingen.

Meine sehr verehrten Damen und Herren,

dass die Kulturszene in Hagenbach etwas Besonderes und Einmaliges ist, hat sich mittlerweile weit in der Region herumgesprochen. Ich möchte hierzu nur ein paar Veranstaltungen rückblickend erwähnen:

Da war zu einem das Singspiel „Der treulose Trommler“. Was hier eine handvoll Mitbürger initiiert, und über 100 Teilnehmer dann umgesetzt haben, war gigantisch. Dies war schon ein emotional unter die Haut gehendes Ereignis. Nachbarschaftliche Animositäten wurden begraben. Das Liebesdrama hat sich zum Happy End gewendet. Schauspieler und Sänger aus Neuburg und Hagenbach haben sich zusammengetan um dieses Singspiel aufzuführen

Die Veranstaltungen der VHS mit dem Benefizkonzert zugunsten Krebskranker in der Verbandsgemeinde mit namhaften Künstlerinnen und Künstler sowie das facettenreiche Musikfeuerwerk mit Heidrun Paulus und Naila Alvarengav im alten Rathaus durften in diesem Jahr nicht fehlen.

Ich denke auch an die Aufführung „Karneval in Venedig“ der Ballettschule Semisch Panic im Kulturzentrum

Der Sonntagschor Rheinland-Pfalz begeisterte viele Zuhörer bei den Eintracht Kulturtagen. Ebenso war der Besuch unserer Freunde aus Wiesentheid mit dem Musikverein Wiesentheid ein Highlight dieser Tage.

Die mitreißende Swing Nacht im Bigband-Stil mit dem Musikverein Rheingold ist noch zu nennen.

Die Kath. Frauengemeinschaft feierte mit der Fahnenweihe ihr 80-jähriges Jubiläum und der Kath. Kirchenchor präsentierte verschiedene musikalische Epochen beim Konzert in der Kirche

Und nicht zuletzt das etwas andere Adventssingen in strahlendem Lichterglanz vor der St. Michaels Kirche.

Sie sehen es tut sich etwas in Hagenbach

Meine sehr verehrte Gäste,

zum Schluss möchte ich meine Dank aussprechen

– Dem Musikverein Rheingold für seinen musikalischen Beitrag

– Dem Gesangverein Eintracht, der uns später noch mit seinem Gesang erfreuen wird.

– Vier Mitgliedern des Kleinkunstvereins, die später noch auftreten werden.

– Dem Team für den Aufbau und die anschließenden Bewirtung.

– Allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für Ihre Arbeit im abgelaufenen Jahr

– Allen Räten für Ihre Unterstützung, sowie der Verwaltung in der Verbandsgemeinde.

Ich danke heute allen, die sich bürgerschaftlich engagieren und Verantwortung für unsere Stadt übernehmen, ganz herzlich für ihren Einsatz. Sie sind ein unverzichtbarer Aktivposten in Hagenbach. Und ich kann Sie nur bitten: Engagieren Sie sich weiterhin in und für unsere Stadt. Sie ist es wert – und das Engagement ist es auch.

Gerade in Kommunen kommt es auf das Zusammenwirken an. Nicht von ungefähr bedeutet Kommune ja Gemeinschaft.

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

gemeinsam haben wir bereits viel erreicht, gemeinsam werden wir, da bin ich sicher, fortfahren, an der Zukunft von Hagenbach zu bauen. Ich jedenfalls freue mich auf die Zusammenarbeit in diesem Jahr.

In diesem Sinne, meine Damen und Herren, wünschen meine Familie und ich ein gutes, gesundes und erfolgreiches neues Jahr sowie Gottes Segen.

(zur Verfügung gestellt durch Stadtbürgermeister F.X. Scherrer)

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