Zukunft der "Hainbuchen-Schule"

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Markus
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Zukunft der "Hainbuchen-Schule"

Beitragvon Markus » So 16. Mär 2008, 20:40

Am 10. März 2008 war in der Rheinpfalz ein Artikel zu finden, in dem es um die Zukunft der Hainbuchenschule in Hagenbach ging.

Unter anderem wird dort auch erwähnt, dass die Schule aufgrund geringer Schülerzahlen sogar von der Schließung bedroht sei.

Ratsmitglied Münzing, der auch Lehrer an der Schule ist, sieht Potential für bis zu drei Klassenzügen.

Hierzu weise ich nochmals auf die Statistiken vom Statistischen Landesamt Rheinland-Pfalz hin, die ich bereits im Artikel "Sportplatzverlegung" ausführlich dargestellt habe:

Nachdem am 18. Januar 2008 die entsprechenden Statistiken über die einzuschulenden Kinder im Amtsblatt waren und ich zusätzlich die Internetseite des Statistischen Landesamt Rheinland-Pfalz bemüht habe, komme ich zu folgenden Ergebnissen:

In Hagenbach sieht demnach die Einschulungsquote so aus:

Jahr – Einschulungen
  • 2008 – 54
  • 2009 – 37
  • 2010 – 45
  • 2011 – 53
  • 2012 – 50
  • 2013 – 40

D.h. werden dieses Jahr noch Grundschulklassen in Stärke von zweimal 27 Schülern erreicht, so sind es im Jahr 2013 gerade noch zwei Klassen á 20 Schüler.

Im Hinblick auf den Wechsel zur „Hainbuchenschule“ ist aber auch der Blick auf die Einschulungszahlen der gesamten Verbandsgemeinde interessant:

Jahr – Einschulungen
  • 2008 – 112
  • 2009 – 86
  • 2010 – 87
  • 2011 – 91
  • 2012 – 87
  • 2013 – 87

Demnach ist bereits nächstes Jahr ein deutlicher Rückgang von etwa 23% an Einschulungen zu verzeichnen!!

Und nun zu der Auswirkung auf die „Hainbuchenschule“ in Verbindung mit den Daten des Statistischen Landesamtes (Entscheidung der Grundschüler im Schuljahr 2007/2008 zum Besuch einer weiterführenden Schule im Landkreis Germersheim):

Im Jahre 2012 würden die dieses Jahr eingeschulten Kinder vor der Wahl stehen, auf eine weiterführende Schule zu wechseln oder aber ein anders Angebot zu nutzen.

Wie könnte die „Hainbuchenschule“ bis dahin aussehen?

Denkbar wären folgenden Schularten:

  • Hauptschule
  • Realschule
  • Integrierte Gesamtschule
  • Regionale Schule
  • Realschule plus

Und nun zu den Daten des Landesamtes bezüglich der Quoten für die Schulwahl nach der Grundschule (für das Schuljahr 2007/2008):

  • Hauptschule: 9,6%
  • Realschule: 22,8%
  • Integrierte Gesamtschule: 6,9%
  • Regionale Schule: 16,2%
  • Realschule plus: keine Angaben

Und dies wiederum auf die 112 Schüler angewandt, die im Jahr 2012 vor dieser Wahl stehen. Demnach würden sich etwa folgenden Zahlen ergeben:

  • Hauptschule: 11 Schüler
  • Realschule: 25 Schüler
  • Integrierte Gesamtschule: 8 Schüler
  • Regionale Schule: 18 Schüler

Was sagen nun diese Zahlen?

Bild

Grundlage ist natürlich, dass das Einzugsgebiet der „Hainbuchenschule“ nicht erweitert wird. In diesem Fall könnte die Situation natürlich anders aussehen.

Aber ausgehend von den jetzt vorliegenden Fakten ergibt sich doch folgendes Bild:

Im Jahr 2012 wird es aufgrund der heutigen Einschulungszahlen dazu kommen, dass die „Hainbuchenschule“ nur noch über eine einzige Klasse verfügen wird. Und diese hat im günstigsten Fall eine Klassenstärke von maximal 25 Schülern!
Wie hier drei Klassenzüge gebildet werden sollen, ist mir nicht ersichtlich. Woher sollen die ganzen zusätzlichen Schüler kommen?

Wobei hierbei zu bedenken gilt, dass dies voraussetzen würde, dass die „Hainbuchenschule“ eine Realschule im klassischen Sinne wäre. Das ist sie aber nicht und wird sie wohl auch nicht werden bis dahin. Demnach ist sogar mit noch weniger Schülern zu rechnen. Wobei dann sowieso die Frage auftaucht, ob die Schule dann überhaupt noch betrieben wird – man bedenke den enstehenden Kostenfaktor für eine Klasse mit maximal 25 Schülern.

Nicht zu vergessen ist der eindeutige Trend, dass Eltern ihre Kinder heutzutage eher an weiterführende Schulen schicken – obige Zahlen könnten demnach sogar noch weiter sinken.

Diese Zahlen dürften auch in der politischen Ebene von Hagenbach bekannt sein. Gerade auch dem Ratsmitglied Münzing, der wie dem Rheinpfalz-Artikel zu entnehmen ist, mehrfach seinen "Sachverstand" betonte.

Es entsteht bei mir der Eindruck, als wolle man einerseits unbedingt die Schule als Prestigeobjekt behalten (was durchaus nachvollziehbar ist!) und andererseits, als ginge es um den absoluten Arbeitsplatzerhalt eines Ratsmitglieds am Ort.

Quellen:

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Re: Zukunft der "Hainbuchen-Schule"

Beitragvon Administrator » Fr 28. Mär 2008, 17:40

Richtigstellung / Ergänzung des vorherigen Beitrags

Herr Münzing ist nicht als Lehrkraft an der Hauptschule tätig, sondern an der Grundschule und gilt somit als nicht befangen in Angelegenheiten, die die Hauptschule betreffen.

Weiterhin geht die Stadt Hagenbach davon aus, dass 2012 ein dreigliedriges Schulsystem besteht. Somit wären - nach Unterlagen der Stadt Hagenbach - drei Klassenzüge möglich.

(Informationen durch Stadtbürgermeister Scherrer)

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Re: Zukunft der "Hainbuchen-Schule"

Beitragvon balla-balla » Fr 28. Mär 2008, 21:37

Zitat aus der Homepage der Hainbuchenschule Hagenbach (http://schule.inka.de/hainbuchen/old.htm):

"Die Hainbuchenschule Hagenbach ist eine verbundene Grund- und Hauptschule..."

Das heißt in "Wirtschafts-Deutsch" gesprochen: Es gibt in dem "Betrieb" Hainbuchenschule eine "Abteilung" Grundschule und eine "Abteilung" Hauptschule. Warum ein "Mitarbeiter" (Lehrer) des "Betriebs" Hainbuchenschule wie im diskutierten Fall nicht befangen sein soll, soll mir doch mal bitte einer erklären...

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Re: Zukunft der "Hainbuchen-Schule"

Beitragvon Markus » Sa 29. Mär 2008, 11:20

Ich persönlich sehe es so ähnlich: Irgendwie gehört das Schulgebilde zusammen.

Zum Begriff "Realschule plus": http://de.wikipedia.org/wiki/Realschule_plus

Demnach könnte man damit sogar eine 12. Klasse mit der Fachhochschulreife in Hagenbach absolvieren...?? Das stimmt mich fast noch skeptischer.

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Re: Zukunft der "Hainbuchen-Schule"

Beitragvon Markus » Fr 13. Jun 2008, 13:24

Nach den Informationen des Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur des Landes Rheinland-Pfalz (Link) dürfte ein Zusammenschluß der Hainbuchen-Schule mit der IGS in Kandel komplett ausgeschlossen sein. Sofern dies überhaupt möglich gewesen wäre.

Die Realschule Kandel war bislang auch gegen eine Kooperation, so dass nicht mehr viele Möglichkeiten bleiben dürften, was die Zukunft der Schule angeht.

Auch in Anbetracht der Gründung der neuen IGS-Standorte in Rülzheim und Rheinzabern (zur Erinnerung: An einer IGS kann in der Regel ein Haupt- / Realschulabschluß oder das Abitur abgelegt werden), dürfte der Spielraum über die Zukunft der Hainbuchen-Schule enger werden.

Nach der Gründung der neuen Schulen liegen insgesamt drei IGS-Standorte in der Nähe zu Hagenbach (Kandel: 10km, Rheinzabern: 16km, Rülzheim: 18km, allesamt mit Bus und Bahn erreichbar). Angesichts dieses Bildungsangebots dürfte es fraglich sein, ob sich da das Konzept einer "Realschule plus" überhaupt noch vermitteln und durchsetzen lässt.

Nach meiner Einschätzung dürfte es daher nicht gerade "rosig" aussehen für die Zukunft der Hainbuchen-Schule (zumindest für den Zweig der Hauptschule, die man ja als separate Einheit ansehen muss).

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Re: Zukunft der "Hainbuchen-Schule"

Beitragvon Markus » Di 30. Sep 2008, 20:30

Am Freitag, den 26.9.2008, erschien in der "Rheinpfalz" ein kurzer Artikel, der sich mit der Zukunft des Schulstandortes Hagenbach beschäftigt hat.

Darin hieß es:
(...) In der Antwort auf eine Kleine Anfrage des Landtagsabgeordneten Thomas Gebhart habe die Landesregierung mitgeilt, es sei zu befürchten, "dass der Standort nicht die im Schulgesetz vorgesehene Mindestzügigkeit für eine Realschule plus erreicht".

Im (ursprünglichen und soweit ersichtlich noch gültigen) Schulgesetz von Rheinland-Pfalz finden sich zum Thema "Realschule plus" keine Hinweise. Unter §9 III SchulG sind abschließend die Schularten aufgeführt, die es in Rheinland-Pfalz gibt:
1. die Grundschule,
2. die Hauptschule,
3. die Regionale Schule,
4. die Realschule,
5. das Gymnasium,
6. die Integrierte Gesamtschule,
7. die berufsbildende Schule,
8. das Abendgymnasium,
9. das Kolleg,
10. die Förderschule.

Die "Realschule plus" wird erst mit der (teilweise) am 1. August 2009 in Kraft tretenden Änderung des Schulgesetzes eingeführt.

Dort heißt es:
(...) § 9 wird wie folgt geändert:
a) Absatz 3 erhält folgende Fassung:
„(3) Schularten sind:
1. die Grundschule,
2. die Realschule plus, (...)

Mit Inkrafttreten der Änderung des Schulgesetzes wird es in Rheinland-Pfalz demnach die Schulart "Realschule plus" geben.

§13 II SchulG regelt die Mindestanzahl der Klassen, die für die verschiedenen Schularten vorgesehen sind:
§ 13 - Mindestgröße der Schulen
(2) In der Hauptschule muss jede Klassenstufe mindestens eine Klasse umfassen;

Schon in meinem Beitrag vom 16. März 2008 habe ich - aufgrund vorliegender Daten des Statistischen Landesamtes und Daten aus dem Amtsblatt - darauf hingewiesen, dass im Jahr 2012 möglicherweise nur noch eine Klasse mit maximal 25 Schülern an der Hauptschule existent sein würde.

Die Änderung des Schulgesetzes sieht vor, dass eine "Realschule plus" mindestens zwei bzw. drei Klassen umfassen muss.
(...) in den Klassenstufen 5 bis 9 der Realschule plus mindestens drei, in den Klassenstufen 5 bis 9 der Realschule plus in freier Trägerschaft mindestens zwei, (...) Klassen umfassen.

Die Stadtratsitzung vom 6. März 2008 hatte als Tagesordnungspunkt 8 des öffentlichen Teils das Thema "Resolution der CDU-Fraktion zur Einrichtung einer Realschule plus mit Fachoberschule am Schulstandort Hagenbach".

Wie der Niederschrift zu entnehmen ist, berief sich Ratsmitglied Münzing auf den "Schulentwicklungsplan des Kreises" und sah anhand der dortigen Zahlen gar ein Schülerpotential für 3 Klassenzüge pro Jahrgang für die angestrebte "Realschule plus" in Hagenbach.

Hier wäre es - aus meiner Sicht - vielleicht angebracht gewesen, sich nicht nur auf den "Schulentwicklungsplan des Kreises" zu berufen. Vielmehr hätte man eigene Berechnungen anstellen können (die Zahlen, die ich in meinem ersten Beitrag als Grundlage genommen habe, waren allesamt öffentlich zugänglich). Dann hätte man sicherlich - aufgrund einfacher Rechenoperationen - zu dem Ergebnis kommen können, dass die Schülerzahlen für drei Klassenzüge bei weitem nicht vorliegen dürften (und den "Schulentwicklungsplan des Kreises" kritisch hinterfragen können...). Höchstens unter der Prämisse, dass zusätzlich etliche Schüler von außerhalb der Verbandsgemeinde nach Hagenbach kommen und die Schule besuchen würden, wäre dies haltbar gewesen.

Stattdessen gab es sogar noch folgende Aussagen:
"Wenn zusätzlich noch eine Fachoberschule eingerichtet werden würde, könnte man sogar mit Schulpendlern aus den Nachbarräumen Kandel, Jockgrim und auch Wörth rechnen."

Da hat man bereits von mehr geträumt, ohne überhaupt sicher sein zu können, dass es überhaupt eine "Realschule plus" in Hagenbach geben wird! Oder kann man darin bereits erste Zweifel erkennen, dass möglicherweise die Schülerzahlen ohne die Pendler gar nicht ausreichen würden, um eine "Realschule plus" in Hagenbach zu gründen?

Auch das Stadtratmitglied Gröschel hatte da seine Zweifel:
Die Resolution (der CDU, Anm. d. Verfassers) bezeichnete Ratsmitglied Gröschel als „Luftschloss“.

Mal ehrlich:
Würde ich in Kandel wohnen, hätte ich eine Realschule und eine (bereits existierende) IGS am Wohnort. Wieso - so frage ich mich - sollte ich dann mein Kind nach Hagenbach in eine "Realschule plus" schicken? Wegen der Fachoberschule (sofern diese überhaupt eingerichtet worden wäre)?

Zusätzlich liefert Herr Münzing selbst Gegenargumente, dass dieser Fall eintritt, in dem er sich auf eine Mitteilung der "Rheinpfalz" vom 23. Februar 2008 beruft, in der es heißt:
Zudem plädierten in einer Umfrage des Landreises Germersheim die Eltern für wohnortnahe Schulen (Ausgabe der Rheinpfalz vom 23.02.2008 „Kurze Wege bevorzugt“), was ebenfalls für eine solche Schule am Schulstandort Hagenbach sprechen würde.
bzw.
Ist das zumutbar (dass die Hagenbacher Kinder an anderen Orten zur Schule gehen müssen, Anm d. Verfassers) in einer Zeit, da Eltern wohnortnahe Schulen laut Umfrage der Rheinpfalz vom 23.02.2008 bevorzugen. Können wir es unseren Eltern weiter zumuten, dass sie Fahrtgeld bezahlen müssen, was Eltern in Wörth, Kandel und Rheinzabern nicht brauchen?

Durchaus provokant gefragt:
  • Wenn wir es unseren (Hagenbacher) Eltern nicht zumuten können, dass ihre Kinder an anderen Orten zur Schule gehen sollen, wieso erwarten wir dann, dass Eltern aus Kandel, Wörth oder Rheinzabern ihre Kinder nach Hagenbach schicken würden? Bevorzugen diese keine "kurzen Wege"?
  • Wieso sollten Eltern aus Jockgrim ihre Kinder nach Hagenbach schicken (ca. 11 Kilometer), wenn doch in Rheinzabern (etwa 3 Kilometer) bzw. Rülzheim (etwa 8 Kilometer) jeweils eine IGS eingerichtet wird (die räumlich sogar näher sind)?
  • Was ist überhaupt unter dem Begriff "wohnortnah" zu verstehen, den die "Rheinpfalz" in der Umfrage verwandt hat? Unmittelbar am Wohnort? Fünf Kilometer im Umkreis? Zehn oder mehr Kilometer?

Übrig bliebe - aus meiner Sicht - einzig die Stadt Wörth als Option, aus der möglicherweise zusätzliche Schüler zu erwarten gewesen wären.

Die Argumentationskette, die der Niederschrift der Stadtratsitzung zu entnehmen ist, weist allerdings noch weitere "Widersprüche" auf:
Des weiteren gab Ratsmitglied Münzing noch den Faktor Geld und die Umwelt zu Bedenken, die Schülerbeförderung verschlingt Millionen.

Gilt dies etwa nicht auch im umgekehrten Fall, wenn Schüler von außerhalb der Verbandsgemeinde zur Schule anreisen müssen? Oder entstehen hierbei dann keine Kosten bzw. Bedenken hinsichtlich der Umwelt?

Oder:
Ratsmitglied Karl Münzing betonte zu diesem Thema seinen Sachverstand und zeigte eine klare Tendenz zu kleineren Schulen und Kooperationsklassen auf. Des weiteren gab er zu bedenken, dass er sicheres Wissen besitzt, dass die Kreisverwaltung einen Antrag der Stadt Hagenbach nicht so abwägig entgegen stehe, wie angenommen.

Nun mag ich keinesfalls die Sachkompetenz des Herrn Münzing anzweifeln - schließlich ist er seit Jahren Lehrer an der hiesigen Grundschule. Aber wenn ich §91 SchulG richtig deute, dort heißt es: "Die Schulbehörde errichtet die Schulen nach dem schulischen Bedürfnis und legt den Schulträger fest.", dann kann die Kreisverwaltung die Sache sehen wie sie will: Entschieden, was für eine Schule nach Hagenbach kommt, wird von der Schulbehörde - und diese ist, gem. §97 I SchulG, die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) oder das fachlich zuständige Ministerium in Mainz als oberste Schulbehörde! Die Kreisverwaltung kann also nur gesagt haben, dass sie ggf. die Schulträgerschaft übernehmen würde und einen entsprechenden Antrag auf die Gründung einer "Realschule plus" in Hagenbach positiv unterstützen würde! Und ob dies durch die ADD bzw. das Ministerium wirklich bei der Standortwahl berücksichtigt wird, kann man sehen wie man will...

Jedenfalls hat man nun festgestellt - aus meiner Sicht nicht wirklich überraschend -, dass die Wahrscheinlichkeit der Einrichtung einer "Realschule plus" in Hagenbach aufgrund mangelnder Schülerzahlen eher unwahrscheinlich ist.

Aber diese Erkenntnis hatten ebenfalls schon andere zuvor:
Er (Ratsmitglied Martin Gröschel, Anm. d. Verfassers) sehe nicht die notwendigen Schülerzahlen für eine eigenständige Realschule plus und erinnerte gleichzeitig an das große Interesse an der Alternativ-Schulform Integrierte Gesamtschule.

Bingo!

Offenbar war da die Weitsicht des Herrn Gröschel dem "sicheren Wissen" des Herrn Münzing um einiges voraus... :wink:

Um es klarzustellen:
Auch ich bin am Erhalt des Schulstandortes Hagenbach interessiert. Ich kann mich noch daran erinnern, wie stolz man darauf war, dass es in Hagenbach möglich war, seine Mittlere Reife durch das 10. Schuljahr zu erreichen. Dies ist leider nicht mehr möglich. Aber dass die Ansprüche, die eine "Realschule plus" hinsichtlich Mindestschülerzahlen wie auch an die Mindestanzahl von Klassen stellt, allein mit Schülern aus Hagenbach nicht zu erfüllen waren, war für mich absehbar! Und dass man erwartet hat, diese Defizite durch standortfremde Schüler auszugleichen, war aus meiner Sicht ebenfalls nur Wunschdenken. Und dies hätte man durchaus früher erkennen können...

Wohin nun die neue Idee des Landtagabgeordneten Thomas Gebhardt hinsichtlich der Gründung einer "bilingualen Schule" führt, die in dem "Rheinpfalz"-Artikel vom 26.9.2008 erwähnt wird, bleibt abzuwarten...

Quellen:
http://www.mbwjk.rlp.de/
http://schulstrukturentwicklung.rlp.de/
http://vg-hagenbach.de/rathaus_aktuell/ ... 060308.pdf

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Re: Zukunft der "Hainbuchen-Schule"

Beitragvon Administrator » Sa 1. Nov 2008, 11:30

Neue Informationen

In einem Artikel der "Rheinpfalz" vom 26.9.2008 war zu lesen, dass der Landtagsabgeordnete Dr. Thomas Gebhart (CDU) die Idee ins Spiel brachte, in Hagenbach eine "bilinguale Schule" einzurichten und möglicherweise so den Schulstandort zu sichern. Auslöser dieser Überlegungen war eine Kleine Anfrage, die der Landtagsabgeordnete an die Landesregierung eingereicht hatte. Aus der Antwort auf diese war zu entnehmen, dass zu befürchten sei, dass der Standort Hagenbach nicht die im Schulgesetz vorgesehene Mindestzügigkeit einer "Realschule plus" erreichen würde.

Der Landtagsabgeordnete Dr. Thomas Gebhart (CDU) hat nun erneut eine Anfrage an die Landesregierung gestellt. Dieses Mal mit der Frage nach den Perspektiven einer bilingualen Schule in Hagenbach. Laut Dr. Thomas Gebhart ist die Antwort der Landesregierung nicht ablehnend. So heißt es dort: "Inhaltliche Schwerpunktbildungen können zur Unterscheidung und Profilbildung bei der Schulentwicklung hilfreich sein." Es gebe bereits 10 Realschulen, an denen bilingualer Unterricht stattfinde.

Dr. Thomas Gebhart (CDU) hat nach wie vor das Ziel den Schulstandort Hagenbach langfristig zu sichern. Im bilingualen Unterricht sieht er nach wie vor die Chance, dieses Ziel zu erreichen: "Ein solches Angebot passt in die Grenzregion, und es bietet jungen Menschen eine Chance. Um ans Ziel zu gelangen, seien jedoch noch viele dicke Bretter zu bohren."

Quelle: Pressemitteilung von Herrn Dr. Thomas Gebhart

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Re: Zukunft der "Hainbuchen-Schule"

Beitragvon Markus » Di 17. Mär 2009, 14:16

Wer aufmerksam gelesen hat, fand am 16.3.2009 folgenden kleinen Satz in der Rheinpfalz:
Die Hainbuchenschule in Hagenbach hat im kommenden Schuljahr keine 5. Klassen.


Dazu nochmals das Zitat von Herr Münzing (Rheinpfalz, 10.3.2008):
In den Klassen des Verbandsgemeindebereichs seien 99 Schüler zu erwarten, so Münzing. Das entspreche vier Klassen. 25 Prozent davon gingen auf ein Gymnasium. Für Hagenbach verbleibe somit "ein Schülerpotenzial von drei Klassenzügen pro Jahrgang."

Es gab damals sogar Wortgefechte mit Ratsmitglied Gröschel, in dem sich Herr Münzing mehrfach seinen Sachverstand betonte ("Ich brauche mich von Ihnen nicht belehren lassen", ebf. Rheinpfalz, 10.3.2008), da Herr Gröschel darauf hinwies, dass man nicht pauschal sagen könne, dass, wer nicht auf Gymnasium gehe stattdessen eine Realschule plus besuchen würde.

Nun ist es wohl offensichtlich, dass die Hainbuchenschule keine Realschule plus wird.

Aber dass es so schlimm ist, dass bereits jetzt keine 5. Klassen (also nicht einmal eine einzige Klasse!) mehr eingerichtet werden können, aufgrund mangelnder Schülerzahlen finde ich dann doch etwas verblüffend.

Ich halte es nach wie vor für eine Illusion, dass man ernsthaft davon ausging, genügend Schüler nach Hagenbach zu holen. Und das Argument, dass Eltern ihre Kinder lieber direkt an eine Realschule nach Kandel schicken oder auf ein Gymnasium oder an die IGS nach Kandel, wurde völlig außer Acht gelassen. Sträflich... Denn eines darf man nicht vergessen: Im Umkreis weiß jeder, dass in Hagenbach eine Hauptschule war - auch wenn sie dann möglicherweise Realschule plus geheißen hätte - im Kopf der Eltern wäre die Hauptschule geblieben (vorläufig). Und bevor man sich der Gefahr ausgesetzt hätte, dass dadurch den Kindern ein Nachteil entstanden wäre, hätten wohl dennoch viele Eltern ihre Kinder auf eine der etablierten Schulen geschickt.

Nun kann man gespannt sein, wie es mit der Hainbuchenschule weitergeht. Die Kooperation mit der Raalschule Kandel sehe ich nach wie vor skeptisch. Vor allem scheint sie seitens der Realschule Kandel nicht unbedingt erwünscht (so lese ich es aus den Zeitungsberichten).

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Re: Zukunft der "Hainbuchen-Schule"

Beitragvon Administrator » Mi 25. Mär 2009, 16:15

Pressemeldung des Landtagsabgeordneten Dr. Thomas Gebhart (CDU) zum Thema Hainbuchenschule Hagenbach:
Der Landtagsabgeordnete Dr. Thomas Gebhart (CDU) weist die Aussage Schleicher-Rothmunds, wonach Gebharts Einsatz für die Hainbuchenschule „bloßes Wahlkampfgeplänkel“ sei, entschieden zurück. „Dies hat nichts mit Wahlkampf zu tun, vielmehr geht es hier um eine für die Zukunft Hagenbachs zentrale Frage, losgelöst von anstehenden Wahlterminen,“ so Gebhart.

Der Schulleiter der Hainbuchenschule Hans Schwitzke hat völlig Recht, wenn er sagt, dass „die neue Schulstrukturreform Ursache für die augenblickliche Situation“ (Rheinpfalz vom 23. März) sei. Das Schulstrukturgesetz, das die SPD mit absoluter Mehrheit im Landtag verabschiedet hat, sieht prinzipiell vor, dass die jetzigen Hauptschulen aufgelöst und in Realschulen Plus umgewandelt werden sollen, sofern eine Dreizügigkeit gegeben ist. An dieser Mindestzügigkeit soll nach dem Gesetz festgehalten werden. Dennoch sind laut Gesetz Ausnahmen aufgrund der Siedlungsstruktur zugunsten der Wohnortnähe möglich, wovon insbesondere ländliche Gebiete profitieren könnten. Gebhart weist überdies darauf hin, dass es völlig klar ist, dass die Anmeldungen für die Hauptschule zurückgehen, wenn Prognosen wie die Schließung der Schule im Jahr 2012 im Raum stehen.

„Zunächst beantragte Doppelstandorte von Integrierten Gesamtschulen an den großen Schulstandorten Rheinzabern und Wörth bzw. Bellheim und Rülzheim sind kaum vergleichbar mit einer möglichen Kooperation zwischen dem Standort Kandel und dem Standort Hagenbach,“ so Gebhart. Die Kooperation zwischen Kandel und Hagenbach sieht im Gegensatz zu einem Doppelstandort einer IGS vor, dass bestimmte Klassen nur an einem Standort unterrichtet werden.

„Warum soll eine existierende Schule wie in Hagenbach mit engagierten Lehrerinnen und Lehrern sowie mit bestehendem Gebäude nicht weitergeführt werden können?“, fragt Gebhart. „Für mich ist das nicht einsichtig. Warum soll eine große Schule besser funktionieren als eine kleine Schule?“, fragt Gebhart abschließend.

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Re: Zukunft der "Hainbuchen-Schule"

Beitragvon HASE_CAESAR » Sa 28. Mär 2009, 21:14

Soso, es gibt also Ausnahmen in Sachen Dreizügigkeit. Das heißt, die paar Schüler, die Interesse an der Hainbuchenschule haben, könnten nach dem Willen von Herrn Gebhart ihre "Privatlehrer" bekommen. Die Allgemeinheit zahlt's ja.


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