Sportplatz-Verlegung

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Markus
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Sportplatz-Verlegung

Beitragvon Markus » Sa 5. Jan 2008, 15:24

Am 2. Januar 2008 war in der Rheinpfalz zu lesen, dass seitens der CDU ein "verschärftes Tempo" bei der Umsetzung der Verlegungspläne des Sportplatzes in die Nähe der Hainbuchenschule gefordert worden sei.

Was ich mich frage, ist, ob diese Verlegung wirklich sein muss?

Hinsichtlich der stetig fallenden Schülerzahlen kann ich es jedoch nicht ganz nachvollziehen.

Derzeit gibt es nicht einmal mehr ein zehntes Schuljahr aufgrund mangelnder Schülerzahlen! Und auch die inschulungszahlen der Grundschule fallen in den kommenden Jahren.

Auch in Anbetracht der bevorstehenden Schulreform, bei der meines Wissens nach noch nicht klar ist, wie es mit der Hainbuchenschule weitergeht (Stichwort: Realschule Kandel), ist das Projekt mit der Begründung, eine "qualifizierte Schulsportanlage" erhalten zu wollen, höchst fragwürdig.

Zudem ist mit dem Widerstand der dort ansässigen Kleingartenbesitzer zu rechnen: Entschädigungszahlungen und möglicherweise Gerichtsverfahren sind abzusehen.

Stattdessen lässt man den bisherigen Sportplatz mehr oder weniger verkommen (Aschenbahn, Weitsprunganlage). Das macht es im Anschluss natürlich leichter, die Verlegung mit der Begründung zu untermauern, dass der bisherigen Sportplatz sowieso nur mit hohem Sanierungsaufwand neu zu gestalten sei. Logisch - wenn vorher nichts oder nur wenig gemacht wird.

Oder möchte man den Sportplatz an dieser Stelle los werden, um das Neubaugebiet erweitern zu können? Was steht eigentlich zur Bebauung an, wenn der Sportplatz verlegt ist?

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HASE_CAESAR
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Beitragvon HASE_CAESAR » So 6. Jan 2008, 23:57

Die CDU wollte laut Rheinpfalz-Artikel vom 14.12.2007 (hier gehts um die Verbandsgemeinderats-Sitzung, auf die sich der Artikel vom 02.01.2008 bezieht) mehr Tempo in die Sportplatz-Sache bringen und sicherlich auch ein Zeichen nach außen setzen. "Die anderen Fraktionen hielten es angesichts der unsicheren Zukunft des Schulstandorts Hagenbach aber für verfrüht, jetzt schon darüber zu sprechen und warfen der CDU Aktionismus und Populismus vor", heißt es in dem Artikel weiter.

Landrat Brechtel hat beim heutigen Neujahrsempfang durchblicken lassen, dass die Hainbuchenschule wohl doch nicht geschlossen wird. Und Bürgermeister F.X. Scherrer sagte, am derzeitigen Sportplatz sollen Bauplätze entstehen und die neue, schulnahe Sportanlage dadurch finanziert werden.

x-men
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Beitragvon x-men » So 13. Jan 2008, 11:41

HASE_CAESAR hat geschrieben:am derzeitigen Sportplatz sollen Bauplätze entstehen und die neue, schulnahe Sportanlage dadurch finanziert werden.

bin gespannt wie das ausgeht... :D

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Markus
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Beitragvon Markus » Sa 26. Jan 2008, 10:30

Ich muss nochmals ein paar Worte dazu schreiben...

Nachdem am 18. Januar 2008 die entsprechenden Statistiken über die einzuschulenden Kinder im Amtsblatt waren und ich zusätzlich die Internetseite des Statistischen Landesamt Rheinland-Pfalz bemüht habe.

In Hagenbach sieht demnach die Einschulungsquote so aus:

Jahr – Einschulungen
  • 2008 – 54
  • 2009 – 37
  • 2010 – 45
  • 2011 – 53
  • 2012 – 50
  • 2013 – 40

D.h. werden dieses Jahr noch Grundschulklassen in Stärke von zweimal 27 Schülern erreicht, so sind es im Jahr 2013 gerade noch zwei Klassen á 20 Schüler.

Im Hinblick auf den Wechsel zur „Hainbuchenschule“ ist aber auch der Blick auf die Einschulungszahlen der gesamten Verbandsgemeinde interessant:

Jahr – Einschulungen
  • 2008 – 112
  • 2009 – 86
  • 2010 – 87
  • 2011 – 91
  • 2012 – 87
  • 2013 – 87

Demnach ist bereits nächstes Jahr ein deutlicher Rückgang von etwa 23% an Einschulungen zu verzeichnen!!

Und nun zu der Auswirkung auf die „Hainbuchenschule“ in Verbindung mit den Daten des Statistischen Landesamtes (Entscheidung der Grundschüler im Schuljahr 2007/2008 zum Besuch einer weiterführenden Schule im Landkreis Germersheim):

Im Jahre 2012 würden die dieses Jahr eingeschulten Kinder vor der Wahl stehen, auf eine weiterführende Schule zu wechseln oder aber ein anders Angebot zu nutzen.

Wie könnte die „Hainbuchenschule“ bis dahin aussehen?

Denkbar wären folgenden Schularten:

  • Hauptschule
  • Realschule
  • Integrierte Gesamtschule
  • Regionale Schule

Und nun zu den Daten des Landesamtes bezüglich der Quoten für die Schulwahl nach der Grundschule (für das Schuljahr 2007/2008):

  • Hauptschule: 9,6%
  • Realschule: 22,8%
  • Integrierte Gesamtschule: 6,9%
  • Regionale Schule: 16,2%

Und dies wiederum auf die 112 Schüler angewandt, die im Jahr 2012 vor dieser Wahl stehen. Demnach würden sich etwa folgenden Zahlen ergeben:

  • Hauptschule: 11 Schüler
  • Realschule: 25 Schüler
  • Integrierte Gesamtschule: 8 Schüler
  • Regionale Schule: 18 Schüler

Was sagen nun diese Zahlen?

Bild

Grundlage ist natürlich, dass das Einzugsgebiet der „Hainbuchenschule“ nicht erweitert wird. In diesem Fall könnte die Situation natürlich anders aussehen.

Aber ausgehend von den jetzt vorliegenden Fakten ergibt sich doch folgendes Bild:

Im Jahr 2012 wird es aufgrund der heutigen Einschulungszahlen dazu kommen, dass die „Hainbuchenschule“ nur noch über eine einzige Klasse verfügen wird. Und diese hat im günstigsten Fall eine Klassenstärke von maximal 25 Schülern!

Wobei hierbei zu bedenken gilt, dass dies voraussetzen würde, dass die „Hainbuchenschule“ eine Realschule im klassischen Sinne wäre. Das ist sie aber nicht und wird sie wohl auch nicht werden bis dahin. Demnach ist sogar mit noch weniger Schülern zu rechnen. Wobei dann sowieso die Frage auftaucht, ob die Schule dann überhaupt noch betrieben wird – man bedenke den enstehenden Kostenfaktor für eine Klasse mit maximal 25 Schülern.

Nicht zu vergessen ist der eindeutige Trend, dass Eltern ihre Kinder heutzutage eher an weiterführende Schulen schicken – obige Zahlen könnten demnach sogar noch weiter sinken.

Diese Zahlen dürften doch auch in der politischen Ebene von Hagenbach bekannt sein. Daher finde ich das Argument „eine qualifizierte Schulsportanlage“ erhalten zu wollen mehr als fadenscheinig! Für wen, frage ich mich, soll diese Anlage denn erschaffen werden?

Möglicherweise gibt es aber auch Pläne, die noch gar nicht bekannt sind? Wie mir bereits einmal freundlich mitgeteilt wurde, habe ich „als Außenstehender ja auch nicht so den Einblick“.

Stimmt!

Aber ich kann die veröffentlichen Daten lesen und zusammenreihen – und das sagt mir, dass entweder eine radikale Veränderung mit der „Hainbuchenschule“ stattfinden muss, um überhaupt noch genug Schüler zu „rekrutieren“ oder die Schule über kurz oder lang (in diesem Falle wohl eher über kurz) in der jetzigen Form nicht mehr existent sein wird.

Auch das mit viel Stolz vor ca. 15 Jahren eingeführte 10. Schuljahr wird nicht mehr angeboten, weil hierzu einerseits die Schülerzahlen zu gering sind und andererseits die Eltern ihre Kindern vorzugsweise direkt nach Kandel an die Realschule oder ähnliche Schulen schicken.

Alles andere ist Schönfärberei oder das Nichteingestehen von derzeit öffentlich bekannten Fakten!

Aus meiner Sicht ist es jedenfalls unverantwortlich die Sportplatzverlegung in Zusammenhang mit einer „qualifizierten Schulsportanlage“ zu bringen. Dass die CDU dabei auch noch mehr Tempo bei der Umsetzung fordert (Rheinpfalz vom 2. Januar 2008) macht das Ganze noch fragwürdiger – auch und gerade wegen den 2 Millionen Euro, die derzeit den Stadthaushalt von Hagenbach belasten (Rheinpfalz vom 26. Januar 2008)!

Oder stehen wieder Subventionen seitens des Landes zur Verfügung, die man nur „jetzt“ bekommen kann und deshalb noch mitnehmen sollte? Dieses Argument wurde schon einmal von einem Stadtratmitglied im Zusammenhang mit dem geplanten Kreisverkehr in der Schloßgärten-/ Ludwig-/ Friedenstraße gebracht. Frei nach dem Motto: Was wir haben, haben wir! Ob wir es brauchen ist egal...


Wer die Daten nachlesen möchte:


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