Hallo – Aufwachen, oder mit Vollgas ins Desaster?!

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Buerger
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Hallo – Aufwachen, oder mit Vollgas ins Desaster?!

Beitragvon Buerger » Fr 7. Nov 2014, 07:40

Auch die Stadt Hagenbach unternimmt alle Anstrengungen um sich in das aufkommende Verkehrsinfrastrukturdesaster nahtlos einzureihen und einen der vorderen Spitzenplätze zu belegen!
Vielleicht sollten Hagenbacher Bürger langsam anfangen für geländegängige Fahrzeuge und Gummistiefel zu sparen!?
Die Zahlen der eingeforderten Bilanz Verkehrsinfrastruktur (ungeachtet der sicherlich vorhandenen Unschärfen bei der Erstellung und den Abschreibungen, Bilanzdaten zu ersehen im Protokoll der letzten Stadtratssitzung (Konto 048240=Wert Straßen, Konto 048250=Wert Gehwege)) sehen alles andere als berauschend aus.
Dafür, dass man 10 Jahre vor erster Bilanzierung hier sehr wenig in Bezug auf Sanierung gemacht hat, insgesamt über 40 Straßen zur Sanierung anstehen wurde uns auf der diesjährigen Einwohnerversammlung die Erhebung von durchschnittlich nur 145.000,-€ im Jahr noch als große Errungenschaft im Vergleich mit einer anderen Gemeinde dargestellt (ein klein wenig Wahlkampf muss schließlich sein). Dafür hat diese andere Gemeinde dann aber eine gute, sanierte Verkehrsinfrastruktur und eine bessere Bilanz.
Die gebrachten Zahlen ergeben vielmehr ein fortlaufendes jährliches Defizit von ca. 500.000,-€ und in 15 weiteren, gleich strukturierten Jahren ist dann der Verkehrsinfrastrukturwert bei 0,-€. Selbst die von allen Fraktionen „umkämpften“, mittlerweile 220.000,-€ pro Jahr reichen hier bei weitem nicht aus und verschieben diesen Zeitpunkt nur marginal weiter nach hinten.
Alles in allem müssten, bei Auffangen des Bilanzdefizites durch wiederkehrende Beiträge, durch uns Bürger ab sofort ca. 500.000,-€ (750.000,-€ mit Anteil Stadt) erbracht werden um den derzeitigen Zustand zu halten (heutigen Bilanzwert halten), eine Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur bedeutet dies grundsätzlich aber immer noch nicht. (Berücksichtigt man das Beispielgrundstück mit 600m² aus der letzten Beitragsmitteilung wären das dann ungefähr 300,-€ im Jahr)
Was für ein Bauerntheater wird den Hagenbacher Bürgern hier vorgespielt?
Hält man uns für unmündig mit der Wahrheit konfrontiert zu werden und mit ihr umzugehen oder erkennt man sie gar selber nicht oder will sie einfach nicht wahrhaben und schweigt lieber, oder…?
Alles in allem ein unvorstellbarer Vorgang und ein nicht zu beschreibendes Armutszeugnis!
Bei einer sauberen und klaren Darlegung der Situation kann man sicherlich das Verständnis für nicht gerade populäre Maßnahmen erzeugen.
Hier: erforderliche wesentliche Erhöhung der wiederkehrenden Beiträge Straßenausbau, um der nachfolgenden Generation eine gewaltige Erblast maroder Verkehrsinfrastruktur zu ersparen! (Die oben hoch gelobten 145.000,-€ sind somit durch ihre bei weitem nicht ausreichenden Wirkungen viel eher im Bereich unverantwortliches und nicht nachvollziehbares Handeln anzusiedeln) Hierzu ist es aber im Gegenzug erforderlich offen, ehrlich, transparent und auch nachvollziehbar miteinander umzugehen und mit offenen Karten zu spielen, hierzu gehört auch Fehler in der Vergangenheit einzugestehen, unverzüglich Maßnahmen zu ergreifen und weitere Fehler zu vermeiden.
Sprechen Sie doch Ihre gewählten Vertreter im Stadtrat einfach mal direkt auf dieses Thema an und lassen sich das alles von Ihnen genau erläutern.
Zu dem Allen passt auch sehr gut der schottische Aphorismus: „Es lügt auch der, der die Wahrheit verschweigt.“
PS: Vielleicht ist es höchste Eisenbahn bei dem mittlerweile bekannten Vorlauf von dem Verfahren Straßenausbaumaßnahmen (siehe hierzu Schloßgärtenstraße und Straße am Stadtrand), bei rechtzeitiger Einbeziehung der Anwohner und Bürger, vielleicht schon einmal das nächste Projekt in Angriff zu nehmen und die Zielgröße Wiederkehrende Beiträge an die Realität anzupassen!!
300,-€ im Musterbeispiel wäre hier vielleicht mal ein ganz guter Anfang, eine ausbaufähige Basis und sinnvolle Investition in die Zukunft! Selbst eine überschlagsmäßige Rechnung – bei derzeit alle 2 Jahre eine Straße - ergibt sich ein Zeitraum von über 80 Jahren für die Sanierung gegenüber Nutzungsdauern von 20-50 Jahre. Hier handelt es sich nicht um hohe Mathematik!
Momentan sehe ich hier, ohne dass sich etwas tut, in ein wenigen Jahren einen neuen Workshop in dem wir Buerger dann wieder alles richten sollen/dürfen. Frei nach dem bisher gelebten Motto: Wenn ich nicht weiter weiß bilde einen Arbeitskreis!

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Markus
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Re: Hallo – Aufwachen, oder mit Vollgas ins Desaster?!

Beitragvon Markus » Sa 8. Nov 2014, 21:46

Sehr guter Beitrag @Buerger! Ein Problem aufgezeigt, das sicherlich vielen Einwohnern gar nicht bewusst ist! :thumbup:

Ich nehme an, dass Bezug genommen wird auf die Stadtratsitzung vom 9.10.2014. Zu finden hier.

Um die obigen Ausführungen etwas "plastischer" darzustellen, habe ich die nachfolgende Übersicht erstellt:

Doppik_Straßen_Hagenbach.png
Doppik_Straßen_Hagenbach.png (35.12 KiB) 4866 mal betrachtet


Würde es also bei diesem fortschreitenden Wertverfall bleiben, wären sämtliche Gemeindestraßen und Gehwege spätestens im Jahr 2031 buchhalterisch mit einem negativen Wert zu buchen.

In diesem Zusammenhang darf man gespannt sein, wie sich die neuen Straßen im Bereich Faurecia auswirken. Vermutlich führen sie zu einer Wertsteigerung im Bereich der Gemeindestraßen. Man wird also unterm Strich einen Wertzuwachs haben. Und diesen kann man sicherlich politisch präsentieren. Geändert hat sich aber am Zustand der Straßen nichts - außer, dass sie vermutlich weiter verfallen...

Glaube keiner Statistik... :confused:

(...) wurde uns auf der diesjährigen Einwohnerversammlung die Erhebung von durchschnittlich nur 145.000,-€ im Jahr noch als große Errungenschaft im Vergleich mit einer anderen Gemeinde dargestellt (ein klein wenig Wahlkampf muss schließlich sein). Dafür hat diese andere Gemeinde dann aber eine gute, sanierte Verkehrsinfrastruktur und eine bessere Bilanz.


Zu finden hier unter TOP 5:
Hierzu stellte Stadtbürgermeister F.X. Scherrer ein en direkten Vergleich zwischen der Gemeinde Neuburg und der Stadt Hagenbach an. Demnach fällt bei einer Abrechnung wkB in Höhe von 328.000,-- Euro und einem 600 qm großen Grundstück in Hagenbach ein wkB in Höhe von 195,00 Euro an. In der Gemeinde Neuburg sind dagegen 339,00 Euro zu entrichten.


Es sind allerdings nur wiederkehrende Beiträge in Höhe von durchschnittlich 124.000,- Euro, wenn ich das Protokoll richtig gelesen habe. Die 145.000,- Euro sind also zu hoch gegriffen, was die Sache nicht besser macht...

Letztendlich bleibt es dabei: Wer die Grundrechenarten anwendet, wird sehr schnell merken, dass mit jährlich wiederkehrenden Beiträgen in Höhe von 200.000,- Euro bis 220.000,- Euro nicht einmal der aktuelle(!), marode Straßenzustand zu halten ist...

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Re: Hallo – Aufwachen, oder mit Vollgas ins Desaster?!

Beitragvon Buerger » So 9. Nov 2014, 11:51

Markus hat recht, ein Fehler meinerseits, habe zu positiv argumentiert, es waren leider nur 124.000,-€!
Die Neuerstellung von Straßeninfrastruktur fällt natürlich erst einmal positiv zu Buche, zumal es einmalige Zuschüsse für die Erstellung gibt. In Folge entstehen aber entsprechende zusätzliche Verpflichtungen durch jährliche Abschreibungen und Instandhaltungsmaßnahmen bis zur Komplettsanierung (Bestes Beispiel für so etwas ist der konzeptlose Erwerb der Immobilie Ludwigstraße, hohe Zuschüsse aber insgesamt in Folge gigantischer Problemfall)
Aber weiter im Thema: Am 6.11.2014 war wieder Stadtratssitzung, vorläufiger Inhalt (also noch ohne Gewähr) nachzulesen bei den Freien Wählern Hagenbach.
Das Bauerntheater geht weiter! Nächster Akt:
Sage und schreibe ein einziges Mitglied des Stadtrates äußert hier Bedenken indem man sich beunruhigt zeigt über die Abnahme des Verkehrsinfrastrukturvermögens von 500.000,-€. Na ja in 2012, 2011, 2010, 2009 waren die Werte Dieselben und keiner war beunruhigt.
Mich persönlich erschrecken diese Zahlen, denn für dieses Jahr 2014 ist wieder mit einem solchen Werteverlust zu rechnen! Es wurde ja wieder nichts gemacht!
Sehr besorgte Stadtratsmitglieder machen sich vielmehr Gedanken über die 4 Stunden mit einem Gesamtwert von sage und schreibe ca. 250,-€, die für die Zusammenstellung dieser Zahlen benötigt wurden. (Na ja, ist auch ziemlich lange für eine Zusammenstellung nach Konten und Jahren von verfügbaren Zahlen)
Was muss denn noch alles passieren, damit man aufwacht?
Untermauert wird das Ganze noch durch die Antwort des Stadtbürgermeisters, der dieses Mal direkt auf dieses Thema angesprochen wurde. Gefragt was er gegen diesen Werteverzehr zu tun gedenkt wurde wie folgt geantwortet:
dass diese Rechnung nur nachvollziehbar sei, wenn sich nichts ändert.
Gut, nachvollziehbar anhand der Zahlen! Es muss sich etwas ändern. Rechnen ist und war noch nie eine Stärke von Politikern. Aber dann:
Es gibt aber ein Programm zur Sanierung der Straßen und Gehwege.
????? Herrliches Programm, wurde aufgestellt in Hinblick auf 200.000,-€- (bei den oben genannten Zahlen frage ich mich immer noch, wo diese Zahl denn herkommen), andauernd angepasst und bis heute nicht eingehalten. So nicht das Papier Wert auf dem es geschrieben steht!
Außerdem werden Unterhaltungsmaßnahmen durchgeführt, die nicht in die Bilanz einfließen.
Stimmt nicht! Im Rahmen von Abschreibungen sollen 1-2% für den Erhalt von Straßen berücksichtigt werden, da diese sonst ihre Lebensdauer nicht erreichen und entsprechend schneller abgeschrieben werden (höherer Werteverlust). Des Weiteren ist Doppik ein ganzheitliches Verfahren, somit spätestens in der Gesamtbilanz vorhanden. (Löst das kameralistische System mit seinen Auslagerungsmöglichkeiten ab um einen Gesamtüberblick zu besitzen. Problemfälle hat man in der Vergangenheit so kaschiert und sich schön rechnen können) Welche Grundeinstellung zu Doppik seitens der „Altvorderen“ vorherrscht lässt sich aus der Stellungnahme der Verbandsgemeinde aus dem Jahr 2013 hierzu ablesen:
Stellungnahme Doppik VbGde Hagenbach.pdf
(186.48 KiB) 191-mal heruntergeladen

Meine Kommentare hierzu würden noch weitere Seiten füllen, dürften aber sehr leicht abzuleiten sein.
Die Bewohner im Sanierungsgebiet werden an den wiederkehrenden Beiträgen beteiligt, wenn sie keine Ablöse bezahlen.
So absolut richtige Aussage, in diesem Zusammenhang aber absolut wertlose Phrase! (Typisch politisches Geschwafel – ist ja nicht falsch hat aber keinen Aussagewert wenn man die Aussage nicht richtig interpretieren kann) Richtig ist vielmehr auch: Sie müssen ja mit Aufhebung Sanierungsgebiet durch die Ableistung Beiträge der Wertsteigerung ablösen und fallen dann in Abhängigkeit zur Höhe bezogen auf den Quadratmeter für 12-15 Jahre als Beitragszahler aus. (Es ist hier mit einem Ausfall von ungefähr 7% WKB über diesen Zeitraum zu rechnen). Wer von den Betroffenen wissen will, wieviel er ungefähr zahlen muss, kann sich ja mal auf der Internet-Seite BORIS RLP die aktuellen Bodenrichtwerte anschauen. Denke aber ich werde dieses Thema als Einstimmung für das nächste Jahr in einem anderen Forumsbeitrag ein wenig aktualisieren und aufarbeiten.
Schlussendlich ist festzustellen, und dies wird mit der Antwort in der Stadtratssitzung untermauert:
Es wird keinerlei Veranlassung gesehen hier tätig zu werden.
Den Kopf in den Sand gesteckt und leben nach dem Pippi Langstrumpf Prinzip: Ich mache mir die Welt wie sie mir gefällt! Eine für mich immer nicht nachvollziehbare und unvorstellbare Ignoranz von Tatsachen, mit dieser Antwort ist es vielmehr ein Zeichen von absoluter Hilflosigkeit (Überforderung), ein Armutszeugnis nicht beschreibbaren Ausmaßes, wenn nicht gar, um das Kind auch einmal beim Namen zu nennen, ein Verdacht auf Inkompetenz, da insgesamt überhaupt keine glaubwürdigen Reaktionen unserer gewählten Vertreter zu verzeichnen sind.
PS: Alles ist umso erschreckender, da viele Themen, die ich hier bereits in der Vergangenheit angesprochen habe eng miteinander verknüpft sind oder in sehr enger Beziehung zu einander stehen.

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Re: Hallo – Aufwachen, oder mit Vollgas ins Desaster?!

Beitragvon Buerger » Mo 24. Nov 2014, 08:45

Der neue Kreisel ist fertig! Bin dann auf die endgültige Abrechnung gespannt. Veranschlagt waren einmal knapp 400.000,-€ für den Kreisel, ~50.000,-€ für die Verrohrung des Baches, beides durch den REWE-Markt zu tragen, der Kreiselast Geranienweg ist durch die Gemeinde zu tragen (Gehört der Geranienweg zum Straßennetz gem. Satzung wiederkehrende Beiträge und/oder ist er gewidmet…?). Mittlerweile sind wir aber gem. Bericht Rheinpfalz und Aussage Bauabteilung bei weit über 660.000,-€ angelangt (es gab da ein paar kleinere Probleme mit dem aktuellen Leitungsverlauf und Altlasten) sind ja nur knapp 50% mehr wie zu Beginn veranschlagt.
Gut für die Bilanz (aber nur am Anfang! Dann kommen die Abschreibungen und Instandhaltungen, Zuschüsse (hier u.a. REWE-Markt) gibt es meistens nur einmal bei Errichtung. Siehe auch 2008 neue Umgehungsstraße)
Zusätzlich ist den auf Kosten des REWE-Marktes umgesiedelten Zauneidechsen zu raten sich nicht allzu häuslich in ihrem neuen Reservat einzurichten, ist doch irgendwann in der Zukunft geplant vom neuen Kreisel zum Friedhof eine Verbindung zu schaffen, was letztendlich in Verbindung mit einem neuen Sportplatz eine regelrechte Einkesselung zur Folge hat. Eine neue Parkanlage in dem dann wahrscheinlich neu erschließbaren Gebiet ist dann wohl eher unwahrscheinlich, da gibt es dann lukrativere Perspektiven, denn Bauland lässt sich viel teurer vermarkten. Bin mal gespannt welchen Stellenwert die Zauneidechsen dann in der Zukunft haben werden und wie lange weitere erforderliche Umsiedelungen dauern.
Bei der derzeitigen Bevölkerungsentwicklung muss vielleicht auch noch einmal der Blick auf die leerstehenden Häuser und Grundstücke in den bereits vorhandenen Teilen der Stadt gerichtet werden, die auch jede Menge an Potenzialen beinhalten.
Die bei einer Anbindung über den Friedhof entstehenden Verkehrsströme über den Konrad-Adenauer-Ring und natürlich auch durch die verkehrsberuhigte Zone Kulturzentrum/Seniorenheim sind es sicherlich auch wert dann noch einmal näher betrachtet zu werden.
Vielleicht schreibt man sich auch einmal in das konzeptionelle Pflichtenheft sehr langfristig das Ziel einer Verbindung der beiden Kreisel im Norden zu verfolgen, trifft seine weiteren Maßnahmen und Entscheidungen anhand dieses Zieles und steht nicht hinterher wieder mit einer neuen Straße durch ein Wohngebiet (welches natürlich finanziell wesentlich lukrativer ist) keinen Deut besser da wie vorher.

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Re: Hallo – Aufwachen, oder mit Vollgas ins Desaster?!

Beitragvon Markus » Mo 24. Nov 2014, 12:35

Welche Grundeinstellung zu Doppik seitens der „Altvorderen“ vorherrscht lässt sich aus der Stellungnahme der Verbandsgemeinde aus dem Jahr 2013 hierzu ablesen:

Ich stelle das mal direkt hier rein:
Sehr geehrter Herr Dr. Mensing,

nachstehend übermittle ich Ihnen meine Stellungnahme:

  • Ich habe mir mehr von der Doppik erhofft.
  • Die Abschreibungen haben keine Konsequenzen.
    Wir schreiben die Abschreibungen in den Haushalt vor und lösen das Problem nicht.
    Einzige Wahrheit ist, dass irgendwann ein negatives Eigenkapital sich einstellt, ohne Auswirkung auf das weitere Handeln.
  • Die Doppik ist zu umfangreich.
  • Sie ist nicht lesbar und verständlich für Laien.
  • Transparenz und Verhaltensänderungen fanden und finden nicht statt.
  • Aus heutiger Sicht würden wir mit der Kameralistik genauso politisch handeln und dastehen, wie heute.
  • Einzige positive Konsequenz ist, dass wir bei gewerblicher Tätigkeit - wie Photovoltaik - Steuern sparen
Mit freundlichen Grüßen
Reinhard Scherrer

Dabei handelt es sich um die Antwort eines "Behördenleiters" mit einer Verwaltung mit gut 40 Mitarbeitern... Das darf man sich durchaus mal vor Augen führen...

Und da ist einer der ersten Sätze "Ich habe mir mehr von der Doppik erhofft." So beginnt die Stellungnahme eines Behördenleiters?? Was wurde denn erhofft?

Insgesamt nur allgemeine Aussagen, nirgends der Ansatz einer Begründung.

Herr Dr. Mensing war sicher erfreut, wenn er noch mehr solcher "Stellungnahmen" erhalten hat. Vermutlich haben sie ihm sehr weitergeholfen...

Im Landtag wurde das dann zum 1. August 2013 wie folgt vorgestellt (Az: WD-1-2/52-1638):
II. Wesentliche Ausführungen von Herrn Reinhard Scherrer
Herr Scherrer teilte die Auffassung von Herrn Dr. Degenhardt, dass mit der Umstellung von der Kameralisitik auf die Doppik keine politische Verhaltensänderung einhergegangen sei. Als Beispiel nannten er ebenso die Abschreibungen, die häufig unberücksichtigt bleiben, so dass sich zu einem bestimmten Zeitpunkt ein negatives Eigenkapital einstellt.

Die in der Kommunalpolitik ehrenamtlich Tätigen werden nach Meinung von Herrn Scherrer durch die Vielzahl an Informationen, welche die doppische Buchführung bereithalte, überfordert. Auch der personelle und finanzielle Verwaltungsaufwand sei zu groß.

Überforderte ehrenamtliche Kommunalpolitiker, zu teuer, zu personalintensiv...



Am Rande bemerkt:

Die Verbandsgemeinde Hagenbach hat aktuell 11.325 Einwohner.

Demzufolge dürfte der hauptamtliche Verbandsbürgermeister mindestens nach A16 besoldet werden*.

*Wieviel das unterm Strich sind kann hier ausgerechnet werden.

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Re: Hallo – Aufwachen, oder mit Vollgas ins Desaster?!

Beitragvon Buerger » Di 25. Nov 2014, 05:52

Na Ja, der Einstieg in das Amt ist mit A16 besoldet, nach 2 Jahren Amtszeit besteht die Möglichkeit der Beförderung in eine höhere Besoldung, welches bei uns ja schon geschah. Somit wird aktuell nach B2 besoldet.
Der Verbandsbürgermeister hat gem. § 46 Gemeindeordnung auch weitreichende Rechte und auch Pflichten, die die Ortsgemeinden betreffen.

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Re: Hallo – Aufwachen, oder mit Vollgas ins Desaster?!

Beitragvon Buerger » Di 25. Nov 2014, 08:36

Doppik wurde eingeführt um einen Gesamtüberblick über die Finanzen und deren Teilbereiche zu besitzen. Es gibt sogar Lehrgänge hierfür an entsprechenden Einrichtungen. Durch die Bilanzen wird aus der „Geheimwissenschaft“ der Kameralistik mit ihren undurchsichtigen, intransparenten, ausgelagerten, versteckten und getarnten Projekten eine Bilanz die prinzipiell „jeder“ verstehen und lesen kann.
Dass durch die wenigen verfügbaren Finanzmittel Probleme vorhanden sind ist klar. Umso mehr muss mit den vorhandenen Ressourcen verantwortungsvoll umgegangen werden.
Hier ist es dann absolut unverständlich, dass man die „Gelddruckmaschine“, die die Möglichkeit beinhaltet aus 1€ ca. 3€ zu machen und uns allen eine gute Verkehrsinfrastruktur bringt und erhält über Jahre hinweg nicht entsprechend adäquat genutzt wurde. Ein nicht wieder gut zu machender Fehler (letztendlich wurde die Verkehrsinfrastruktur gem. den getätigten Aussagen über fast 20 Jahre hinweg wissentlich vernachlässigt!), der uns allen in der Zukunft sehr teuer zu stehen kommt - entweder viel Geld auf den Tisch legen oder mit Buckelpisten als Folge leben !!!
Vielmehr hat der gesamte Rat (welche Rolle hatte hier eigentlich die Verwaltung mit Ihrem Chef?) über Jahre hinweg regelrechte Scheingefechte um die festgelegten und nie realisierten 200.000,-€ geführt, die anscheinend nie auf Grundlage einer fundierten Betrachtung ermittelt wurden, obwohl die Zahlen zur Verfügung standen, aber nicht abgerufen, beachtet oder aber ignoriert wurden.
Nun scheinen ja zumindest 2 Mitglieder des Rates beunruhigt bzw. sehr besorgt zu sein (Aufwachphase??). Was muss eigentlich noch alles passieren, damit unsere gewählten Vertreter endlich aufwachen????

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Re: Hallo – Aufwachen, oder mit Vollgas ins Desaster?!

Beitragvon Buerger » Di 25. Nov 2014, 12:28

UUps, beim Kopieren die Änderung nicht durchgeführt. Meinte heute morgen natürlich §69 Gemeindeordnung!


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