Teurer Umbau der Hauptschule ("Hainbuchenschule")

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Markus
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Teurer Umbau der Hauptschule ("Hainbuchenschule")

Beitragvon Markus » So 14. Nov 2010, 14:12

Am 9. November 2010 war in der Rheinpfalz unter der Überschrift "Hauptschul-Umbau 50 Prozent teurer" zu lesen, dass entgegen den im Entwurfsplan angegebenen rund 422.000,- Euro Kosten nun rund 238.000,- Euro mehr Kosten entstehen.

Wenn man sich die Niederschrift der Stadtratsitzung vom 4. Februar 2010 durchliest, findet man unter Punkt 4 ("Umbau Hauptschulgebäude zur Verlegung des Schülerhorts sowie zur Einrichtung von 2 Kindergartengruppen") den Satz: Die Gesamtbaukosten betragen nach der Planung 421.350 €.

Da ist von Gesamtbaukosten die Rede!

Wie dem Artikel zu entnehmen ist, hat man vergessen, die Kosten für einen Spielplatz und Einrichtungsgegenstände einzurechnen. Das kann ich sogar noch nachvollziehen: Zu den Gesamtbaukosten würde ich auch nicht unbedingt solche Ausstattungsgegenstände einrechnen - da der Name suggeriert, dass von Baukosten die Rede ist.

Was hingegen aus meiner Sicht absolut nicht nachvollziehbar ist, ist dass man wohl ebenfalls vergessen hat, das Honorar für den Architekten ("Architekturbüro Buchlaub und Partner") mit einzurechnen. Also egal, wo ich nachschaue - das Honorar für Architekten wird immer und überall mit in die Gesamtbaukosten eingerechnet. Dass man so etwas "vergessen" kann, ist für mich nicht unbedingt nachvollziehbar. Zudem dürfte im Stadtrat sicherlich der ein oder andere "Häuslebauer" sitzen, welcher entsprechende Erfahrungen haben dürfte. Dass das keinem der damals 22 anwesenden Ratsmitglieder aufgefallen ist, dass hier zumindest eine wichtige Kostenstelle fehlt, ist eine "bittere Pille".

Der Artikel berichtet zudem darüber, dass die 50%-ige Steigerung der Baukosten durch das Ratsmitglied Gröschel "lapidar" als "zu erwarten" bezeichnet wurde. Dass Kostensteigerungen zu erwarten sind, darüber dürfte sich tatsächlich niemand wundern. Aber eine 50% Steigerung als "zu erwarten" zu bezeichnen - das übersteigt dann doch etwas die Grenze, die ich als "zu erwarten" bezeichne. Aber es ist schließlich nicht das eigene Geld, welches hier mal eben ausgegeben wird. Die Schmerzen darüber dürften sich demnach in Grenzen halten, so dass man auch mal "großzügig" eine solche Kostensteigerung hinnehmen kann. Ob dieser Kommentar auch beim eigenen Hausbau gekommen wäre?

Aber vielleicht hat die Verbandsgemeinde ein Nachsehen und reduziert nochmals die Miete. Interessant wäre natürlich auch noch, wie sich die Kostensteigerung auffangen lässt: Was wird davon bezuschusst? Was bleibt letztendlich an der Stadt hängen?

Zorro

Re: Teurer Umbau der Hauptschule ("Hainbuchenschule")

Beitragvon Zorro » So 14. Nov 2010, 20:35

Grundsätzlich kann ich mich der Meinung meines Vorredners nur anschließen. Ich muss aber einwerfen: Wenn Spielplatz und Einrichtungsgegenstände keine "Baukosten" sind, dann darf ich sie auch nicht im nachhinein als solche einrechnen. Hat man aber wohl, also hat man es vorher entweder vergessen oder man wusste bei Baubeginn noch nicht so recht, was man eigentlich will.

Buerger
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Re: Teurer Umbau der Hauptschule ("Hainbuchenschule")

Beitragvon Buerger » Mo 15. Nov 2010, 14:57

Dieses Beispiel steht leider nicht für sich allein.
Genügend Sachverstand müsste eigentlich durch die Bauabteilung der Verwaltung (Verbandsgemeinde) und dem Bauausschuss der Stadt Hagenbach im Rahmen der Vorbereitung von solchen Maßnahmen / Entscheidungen, die schlussendlich durch den Stadtrat beauftragt und beschlossen werden, vorhanden sein! Vielleicht fehlen auch hier die bereits an anderer Stelle von mir erwähnten und in sich abgestimmten Konzepte.
Als Privater mache ich solche Fehlkalkulationen im Regelfall genau 2 Mal; das erste und das letzte Mal. (Danach bin ich unglaubwürdig / pleite und es besteht vielleicht die Möglichkeit der Insolvenz oder aber, bei entsprechender Nachweisführung, sogar strafrechtliche Maßnahmen).

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Re: Teurer Umbau der Hauptschule ("Hainbuchenschule")

Beitragvon Romano » Di 7. Dez 2010, 10:04

Hallo zusammen,

grundsätzlich bin ich für alle Maßnahmen, die zu einer Verbesserung auf und in Schulen beitragen.
Was ich allerdings nicht verstehen kann ist, dass mit knappen Resourcen (Geld) teilweise stümperhaft umgegangen wird.
Es kann natürlich sein, dass es sich hierbei nur um ein Kommunikationsproblem handelt, wer weiss das schon. Ist ja im Moment die Aussage schlechthin. Siehe Stuttgart 21

Viele Grüße
Romano

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Re: Teurer Umbau der Hauptschule ("Hainbuchenschule")

Beitragvon Buerger » Di 7. Dez 2010, 16:19

Meiner Meinung nach dürfen solche gravierenden Fehler einfach nicht vorkommen und auch nicht so einfach hingenommen werden.
Dies alles auch noch vor dem Hintergrund des insgesamt angespannten Haushaltes.
Es handelt sich hier ja schließlich nicht um die erste Baumaßnahme die durchgeführt wird. Bei komplexeren Vorhaben nutzt man normalerweise ausgearbeitete Check-Listen. Bei diesem Vorgang hat man letztendlich den Eindruck das es sich eher um das Werk eines frei schaffenden Künstlers handelt und eine Professionalisierung inclusive entsprechender funktionierender Kontrollmechanismen nicht vorhanden ist!
Alles einfach hinnehmen und auf sich beruhen lassen? Vielleicht auf den nächsten "Knaller" warten?
Nein!
Vielleicht wäre hier mal ein Punkt für eine Zielsetzung in Zusammenarbeit mit der Gemeindeverwaltung: Kostenermittlungen im Vergleich zu Endabrechnung +/- 5%, nicht nur die Aufrechnung von Einnahmen und Ausgaben. Wie soll ansonsten auch nur einigermaßen der Haushalt bzgl. der Ausgaben geplant /abgeschätzt werden. Denke, dass das auch in die Bereiche Controlling und Qualitätssicherung fällt.
Letztendlich bleiben die Fragen:
Was bleibt denn nun aufgrund der Fehlkalkulation mal wieder auf der Strecke??
Welche expliziten Maßnahmen werden getroffen, dass so etwas nicht wieder passiert??

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Markus
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Re: Teurer Umbau der Hauptschule ("Hainbuchenschule")

Beitragvon Markus » Di 7. Dez 2010, 21:28

Buerger hat geschrieben:Letztendlich bleiben die Fragen:
Was bleibt denn nun aufgrund der Fehlkalkulation mal wieder auf der Strecke??
Welche expliziten Maßnahmen werden getroffen, dass so etwas nicht wieder passiert??

Und das sind zwei sehr gute Fragen!

Angesichts der Summe, die nachfinanziert werden muss, kann man sich eigentlich an einer Hand abzählen, dass das Geld an anderer Stelle möglicherweise eingespart wird. Oder man stockt den Schuldenberg eben noch ein wenig auf.

Wobei auch die Frage offen ist, wieviel dieser Mehrausgaben durch die Gemeinde/Stadt selbst zu tragen sind und wieviel davon möglicherweise durch Fördermittel gedeckt werden.

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Re: Teurer Umbau der Hauptschule ("Hainbuchenschule")

Beitragvon Markus » Do 20. Jan 2011, 22:10

In den letzten Tagen war öfters Mal von der Idee zu lesen, dass man die Bundespolizeieinrichtung am Grenzübergang "Bienwald" in das Gebäude der Hauptschule verlegen könnte. Das wäre sicherlich eine sinnvolle Nutzung.

Andererseits war da auch die Rede von drei Leuten, die dort arbeiten - ob die Schule dann nicht doch ein wenig "überdimensioniert" ist?


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