Ruhestörung durch Rätscherbuwe

Antwort erstellen


Diese Frage dient dazu, das automatisierte Versenden von Formularen durch Spam-Bots zu verhindern.
Smilies
:biggrin: :confused: :geek: :sad: :smile: :surprised: :ugeek: :wink: :angel: :shock: 8) :lol: :x :P :oops: :cry: :evil: :twisted: :roll: :!: :?: :idea: :arrow: :| :mrgreen: :clap: :crazy: :eh: :lolno: :problem: :shh: :shifty: :sick: :silent: :think: :thumbdown: :thumbup: :wave: :wtf: :yawn:

BBCode ist eingeschaltet
[img] ist eingeschaltet
[flash] ist ausgeschaltet
[url] ist eingeschaltet
Smilies sind eingeschaltet

Die letzten Beiträge des Themas
   

Ansicht erweitern Die letzten Beiträge des Themas: Ruhestörung durch Rätscherbuwe

Ruhestörung durch Rätscherbuwe

Beitrag von Treuloser_Trommler » So 4. Apr 2010, 10:35

Da habe ich am 31.3.2010 folgendes in der "Rheinpfalz" gelesen:
„Rätscherbuwe“ sind keine Ruhestörung

Alte Tradition sucht Verständnis – so könnte die Ankündigung der Messdienergemeinschaft St. Michael Hagenbach lauten. Am Gründonnerstag verstummen nach jahrhundertealter Tradition die Glocken, um während der Osternacht erneut voll zu erklingen. Während dieser Zeit übernehmen die „Rätscherbuwe“ mit den Holzrätschen diesen Dienst. Um die Glocken zu ersetzen und nach altem Brauch zum Gebet zu rufen – um 6, 12 und 18 Uhr – sind sie unterwegs. Nun scheint aber in der modernen Zeit dieser Brauch nur noch wenigen Menschen bekannt zu sein, weswegen sich manche wegen Ruhestörung beklagten. Um unfreundlichen Zwischenfällen am frühen Morgen vorzubeugen, möchten die St. Michael- Messdiener in Hagenbach darauf hinweisen, dass sie auch dieses Jahr am Karfreitag und Karsamstag unterwegs sein werden.

Zuerst dachte ich, dass es ein Aprilscherz sei. Aber der Blick auf das Ausgabedatum der Zeitung belehrte mich eines Besseren! Da gibt es wirklich Mitmenschen, die sich durch diese Tradition dermaßen gestört fühlen, dass sie gleich ins Horn der "Lärmbelästigung" blasen? Na was soll dass denn bitte? Am besten direkt noch die Polizei rufen und weg mit diesen ruhestörenden Kindern, die da zu unmenschlichen Zeiten durch die Straßen "pilgern". Zu manchen Dingen fehlen einem einfach die Worte.

Und für die ganzen "modernen" Mitbewohner die augenscheinlich mit allem brechen, was Vergangenheit bedeutet, ein kleiner (sinngemäßer) Auszug aus der Wikipedia (es soll schließlich keiner dumm sterben müssen):
Der Überlieferung zufolge schweigen von Karfreitag bis Ostern die Glocken, da sie alle nach Rom geflogen seien. Da die Kirchenglocken zumeist eine festliche Stimmung ausdrücken, ist deren Geläute in der Zeit des Todes Jesus nicht angebracht. Um dennoch den Mitgliedern der Religionsgemeinschaft das Angelusläuten nahe zu bringen, wird um 6 Uhr, 12 Uhr und 18 Uhr mit dem Ratschen oder Klappern daran erinnert. Sowohl die meist um 15 Uhr stattfindende Karfreitagsliturgie als auch um 8 Uhr der Kreuzweg wird rechtzeitig vorher angezeigt und ausgerufen. Und am Ostersonntag-Morgen wird die Auferstehung Jesu verkündet.

Ich denke, dass ein wenig Verständnis gegenüber den "Rätschern" durchaus angebracht sein sollte. Ich jedenfalls freue mich jedes Jahr auf diesen Brauchtum und hoffe, dass dies bei der Mehrzahl der Hagenbacher Einwohner ebenfalls noch so ist!

Nach oben