Weltenbummlerin: Yvonne Scherrer

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Weltenbummlerin: Yvonne Scherrer

Beitrag von Administrator » Do 11. Nov 2010, 17:23

Für Familie Scherrer im Hagenbacher Adenauer-Ring ist „Hagenbach der Nabel der Welt“, schließlich ist Franz Xaver als Stadtbürgermeister ständig aktiv für seine Bürger unterwegs und Ehefrau Marliese unterstützt ihn hierbei nach Kräften. Doch Bürgermeisters „einzig Töchterlein“ Yvonne ist weniger bodenständig, lässt sich gerne den Wind der großen weiten Welt um die Nase wehen und jetzt hat sich gar der Traum vom „Traumschiff MS Deutschland“ erfüllt. Diese Träume begannen für die heute 32-Jährige mit der gleichnamigen ZDF-Serie, die überwiegend auf diesem Schiff gedreht wurden und die seit 20 Jahren auf dem Fernsehschirm die schönsten und exotischsten Ziele dieser Welt präsentiert. Gleichzeitig kann man sich an den damit verquickten Liebes- oder Kriminalgeschichten ergötzen und in diese besondere Welt exklusiver Schiffsreisen mit Luxus und Wohlstand auf einem Sterneschiff hineinträumen. Man kennt selbstverständlich Beatrice (Heide Keller), die als Chefstewardess die gute Seele des Service ist, Kapitän Paulsen (Siegfried Rauch) und den Bordarzt.

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Yvonne Scherrer vor ihrem Traumschiff der „MS Deutschland“ im Hamburger Hafen

Passagiere und Crewmitglieder dürfen bei diesen Filmen als Statisten mitwirken und Yvonne Scherrer hat diese Chance bei ihrer (eigenen) Jungfernfahrt in Jamaica gleich wahrgenommen. Wenn im Dezember 2010 das Traumschiff auf dem Bildschirm in der Karibik unterwegs ist, wird sie zusammen mit Beatrice den Passagieren Sekt und Häppchen reichen. An die Welt der Reichen und der Stars hat sie sich längst gewöhnt, in der Bar trifft man – meist als gewöhnliche nette Menschen - Heide Keller und Siegfried Rauch, Susanne von Borsody, viele Regisseure oder auch Udo Lindenberg in Aktion, wenn er mit Eierlikör, Blue Curasao und Campari bemerkenswerte Bilder malt. Dass Yvonne bei all diesem Geschehen nicht als Gast mitmischt, sondern als Weinstewardess für die Beratung und Bewirtung und beim Buffetaufbau richtig anstrengend arbeiten muss, macht ihr überhaupt nichts aus. „Genau diese Aufgaben in der Gastronomie sind meine Leidenschaft“. Deshalb hat sie an ihre kaufmännische Ausbildung die Restaurantfachfrau, eine Sommelière-Ausbildung (Weinberaterin) und viele weitere Fortbildungen angehängt. „Das hat bei meiner Bewerbung in Salzburg die Personalreferenten beeindruckt“. Die Empfehlung eines Pfälzer Weines in Englisch war dann Herzenssache und die sonstigen Aufgaben des Assessment-Centers klappten ebenso gut wie ein anschließendes Arbeitssicherheits- und Hochseetraining.

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Damit begann die Reise Anfang März in Caracas/Venezuela und sie hat Yvonne Scherrer inzwischen in die Karibik geführt, auf die Bahamas, Bermudas und Azoren. Sie kennt Russland, das Mittelmeer von der Adria zur Riviera, den Atlantik, Irland, Schottland, das Baltikum und Skandinavien bis hoch nach Grönland. Sie wird nicht müde von den leuchtend weißen Gletschern, der üppigen Tropenwelt, der Hamburger Schiffsparade und all diesen wunderbaren Eindrücken zu berichten, denn die Crewmitglieder dürfen Ausflüge ebenfalls mitmachen, wenn es die Freizeit erlaubt. Diese freilich ist bei 16 Stunden am Tag und sieben Tage die Woche oft knapp bemessen, doch man kann oft Dienste mit Kollegen tauschen. Bei Krankheit über einen Tag muss man das Schiff verlassen. „Internationales Arbeitsrecht, anstrengend, aber dafür stimmt die Bezahlung, insbesondere wenn man betrachtet, dass man auf dem Schiff kaum Geld ausgeben kann. Und zufriedene Gäste sind dankbar und geben gutes Trinkgeld“, lacht die junge Weltenbummlerin. „Der Gast ist König und es macht mir Freude, den verschiedensten Menschen zu begegnen und ihnen einen schönen Aufenthalt zu bereiten“, sinniert die Yvonne. „Menschenkenntnis erwirbt man in diesem Beruf, man weiß, wer ein Späßchen mag oder als hartgesottener Knodderer lieber seine Ruhe“.

Yvonnes Traumberuf wurde zum Albtraum, als an Pfingsten auf einer Skandinavienfahrt auf der MS Deutschland ein Brand ausgebrochen war. „Es gab einen Knall und dann Generalalarm“, doch zunächst beruhigte Yvonne noch die Passagiere, weil sie an eine Sicherheitsübung dachte. Schnell war klar, im Maschinenraum brennt es, das ganze Schiff mit über 600 Menschen musste geräumt werden. „Es war sehr aufregend, der Strom war ausgefallen, die Hitze war extrem, und man musste manche Passagiere aus den Kabinen in die Schwimmwesten zwingen“. Das war der Hauch Abenteuer und bedeutete für Yvonne vier Wochen Zwangsurlaub bis das Schiff in Hamburg generalsaniert war. Auch gibt es - bis zum nächsten Einsatz - Urlaub zuhause bei ihren Eltern. Kontakte zu ihnen von unterwegs waren nur manchmal per Satelliten-Telefon möglich, Heimweh gab es kaum, dafür gibt es schon wieder Fernweh. „Vielleicht noch eine Weltreise, dann wieder Arbeit in der Heimat, denn familienfreundlich ist der Traumschiff-Job nicht“, überlegt die junge Frau. Wenn sie dann ihre Wurzeln in Hagenbach spürt, könnte hier ja doch noch der „Nabel der Welt“ für sie werden.

(bp)

(Text und Bilder durch Stadtbürgermeister F.X. Scherrer zur Verfügung gestellt)

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