Ein Tipp für die Sommerferien rundum Hagenbach

Naturerlebnisse werden in der Südpfalz groß geschrieben, und wenn sie noch in der spektakulären Gegend „Goldgrund“ sind, kann man sogar Kindern  eine passende Geschichte erzählen, so dass die Mühe einer kleinen Wanderung inmitten dieser grünen Hölle fast zum kleinen Abenteuer werden kann. Standen da früher nicht die Goldwäscher knietief im Wasser und siebten feine Goldkörnchen aus den Rheinkieseln? Und wäre bei steigendem Goldpreis nicht sogar eine Renaissance möglich? Vielleicht ist ja die Größe der Goldnuggets Anglerlatein, garantiert aber nicht die gewichtigen Hechte, Zander und Karpfen, die sich – zur Freude der Angler – im glasklaren Wasser des Goldgrundes tummeln.

Zu erreichen ist das Naturschutzgebiet „Goldgrund“ am besten über die gleichnamige Straße am Maximiliansauer Friedhof am südlichen Ortsrand. Hier gibt es auch einen Abzweig vom beliebten Rheinradweg. Am Parkplatz direkt am Rhein findet man ein Hinweisschild. Direkt über eine kleine Brücke erreicht man die Halbinsel Nauas und kann sofort eintauchen in diese üppig grüne Auenlandschaft mit dichtem Buschwerk, hohen Bäumen, hauptsächlich Pappeln und Weiden, an denen Waldrebe und Efeu hochranken. Zahlreiche Wildblumen blühen und der Wald ist durchzogen vom klarem Wasser des ausgekiesten „Goldgrundes“, ein vom Rhein abgetrennter Seitenarm, dessen Sandstrand auch ein beliebtes Bade-Domizil ist.

Wer mit offenen Augen und vielleicht einem kleinen Pflanzen- und Vogelführer die Wege geht, wird seltene Orchideenarten wie die Hummelragwurz finden, über schillernd blaue Eisvögel und Libellen  jubilieren oder Reiher beobachten, die am Ufer auf Beute warten. Da im Naturschutzgebiet das Wachsen und Vergehen der Natur überlassen wird, entdeckt man immer wieder bizarr verzerrte Baumriesen, die noch mächtig oder schon vor sich hinmodernd aus dem Wasser ragen. Die kleine Wanderung kann man wunderbar nahrhaft  im nahen Naturfreundehaus „Rheinfrieden“ beschließen, das etwa eine Viertelstunde Fußmarsch vom Parkplatz direkt am Rhein liegt.

Die Pächterin Hanna Kleiner verwöhnt ihre Gäste mit herzhaftem Essen, das bei „Erdbeer- oder Zwetschgenkneedel, Gulasch oder panierter Blumenkohl“ einen unverkennbar böhmischen Einschlag hat. Vor zwei Jahren war hier Drehort einer „Tatort-Folge“, bei der die Akteure zwar in Sachen Leiche nicht fündig wurden, dafür aber Ulrike Folkerts bei Frau Wirtin – laut Gästebuch – das weitaus beste Essen weit und breit fand. Seitdem kann Hanna Kleiner die Verpflegung liefern, wenn Tatorte in der Nähe gedreht werden. Im Garten des Hauses schweift der Blick auf die mächtigen Lastschiffe, die den großen Strom entlang schippern und es ergibt sich ein vielleicht typisch-deutsches „Aha-Erlebnis“ in der Verbindung von Ökologie und Ökonomie. Im Hintergrund genießt man die Abgeschiedenheit und Ruhe einer Urwald-Auenlandschaft und beim Blick nach vorne über den Rhein erkennt man auf badischer Seite den betriebsamen Karlsruher Industriehafen mit dem schnellwachsenden neuen Kohlekraftwerk.

Fazit des Ausfluges: Herzhafte Belohnung für hungrige Wanderer und Radler nach Natur pur und sportlichen Aktivitäten. „Schade ist, dass die Wege oft schlecht ausgeschildert sind“, bedauert die Wirtin. Viele Radfahrer auf dem Fernradweg finden nur per Zufall oder Mundpropaganda in das gastliche Haus, in dem auch übernachtet werden kann. Deshalb hier dieser Tipp für die Leser des Hagenbach FORUM.

Naturfreundehaus „Rheinfrieden“ – Insel Nauas
76744 Wörth
Telefon: 07271/408696
Öffnungszeiten: tägl. von 10.00 bis 22.00 Uhr
durchgehend warme Küche (Selbstbedienung)
26 Betten
Dienstag Ruhetag

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