Altes Rathaus im neuen Glanz

Einweihung
Altes Rathaus im neuen Glanz
Stadtbürgermeister Franz Xaver Scherrer 1.8.2014

Das Rathaus ist seit eh und je das Zentrum jeden Dorfes und jeder Stadt. Oft stand oder steht es auch ganz real in der Ortsmitte oder an herausgehobener Stelle in der Innenstadt wie bei uns. Und stets ist es der Ort, an dem die wichtigen Entscheidungen fallen, also der Mittelpunkt des Lebens einer Gemeinde.

Stadtbürgermeister Franz Xaver Scherrer durfte zur Feierstunde „Altes Rathaus im neuen Glanz“ viele Gäste und Bürger herzlich begrüßen und willkommen heißen.

Die Musikerinnen Heidrun Paulus und Naila Alvarenga haben den Abend Tag feierlich umrahmt. Für das notwendige Ambiente sorgt die begleitende Ausstellung von Gemälden mit Agnes Genzler, Jochem Brockschmidt und Ernie Wölfle.

Bürgermeister Reinhard Scherrer überbrachte die Glückwünsche der Verbandsgemeinde und wies im Besonderen auf die gute Zusammenarbeit und die Nutzungserlaub für die Volkshochschule hin.

Frau Ernie Wölfel, die Leitering der Volkshochschule Hagenbach, bedankte sich für die Nutzung der wunderbaren Räumlichkeiten der Galerie im alten Rathaus.

Ein großes Bauvorhaben unserer Stadt ist nunmehr vollendet: Das alte Rathaus ist grundlegend umgebaut und restauriert worden. Entstanden ist ein modernes Gebäude, das die Züge des alten gekonnt in sich aufnimmt.

Das Rathaus ist für das Leben einer Gemeinde von herausragender Bedeutung. Und deshalb ist es nur recht und billig, dass diese Bedeutung auch in seiner architektonischen Gestaltung zum Ausdruck kommt. Aus diesem Grunde hat der Stadtrat im Jahre 2012 beschlossen, unser nunmehr schon fast 170 Jahre altes Rathaus grundlegend umzugestalten und umfassend zu restaurieren. Ich danke den Mitgliedern des Stadtrates für diesen Beschluss

Der Zahn der Zeit hatte auch vor diesem so grundsoliden Gebäude nicht Halt gemacht.

Die Investitionen in die Restaurierung haben sich gelohnt, auch wenn die Kosten in Höhe von 420.000 Euro inkl. der Baunebenkosten nicht unbeträchtlich sind. Die Kostenschätzung für die Baukosten lag bei 325.752,– Euro (brutto). Beauftragt wurden ursprüngliche Arbeiten in Höhe von 275.288,- Euro (brutto). Im Zuge der Baumaßnahme wurden Nachtragsaufträge in Höhe von 78.557,– Euro (brutto) erteilt. Die Nachtragsaufträge wurden insbesondere erforderlich, da durch Abbruch- und Freilegungsarbeiten Schäden an den Holzkonstruktionen und dem Sandstein, der fehlende Aufbau bei der Innentreppe, der nicht vorhandene Estrich in einem Teilbereich des EG etc. sichtbar wurden, was zuvor nicht erkennbar war. Hinzukamen Mehraufwendungen bei den Malerarbeiten auf Grund von Vorgaben des Denkmalschutzes und bezüglich des Brandschutzes.

Die Finanzierung für die Sanierung des Rathauses erfolgt durch eine Förderung des Landes mit 2/3 und der Stadt Hagenbach mit 1/3. Herzlichen Dank der Landesregierung für diese großzügige im Rahmen der Städtebausanierung finanzielle Unterstützung.

Über die einzelnen Maßnahmen und seine unendliche Geschichte bei so einem geschichtsträchtigen Bau berichtete später Frau Silvia Knötig.

Ein Dank geht an allen die an der Planung und Durchführung dieses Projektes beteiligt waren, insbesondere der freien Architektin Silvia Knötig. Sie hat einen Entwurf vorgelegt, der sich organisch in das Bestehende einfügt und einen beachtenswerten städtebaulichen Akzent setzt.

Weiterhin wurde gedankt den Mitarbeitern der Bauverwaltung der Verbandsgemeinde und Bürgermeister Reinhard Scherrer für Ihre Unterstützung und baufachliche Beratung.

Lassen Sie uns auch einen Blick in die Vergangenheit werfen:

Wir schreiben das Jahr 1844 also vor genau 170 Jahren. In der Ortschronik von Hermann Dreizehnter steht dazu geschrieben:
Die Situation, Rathaus und Schulhaus gleichsam unter einem Dach, war für die Dauer keine ideale Lösung. Schnell reifte der Gedanke, an einem anderen Platz ein neues Rathaus zu entrichten. Im Jahre 1844 trat man wegen einer Bauplatzbeschaffung in die ersten Grundstückvershandlungen ein. Im Auge hatte man das bebaute Grundstück, auf dem heute das alte Rathaus steht.

Der Schriftführer protokollierte die Ratssitzung wie folgt:

„Das Anwesen Scherrer soll am 29. August 1844 zur Versteigerung kommen. Dasselbe besteht aus einem zweickstockenden Wohnhauß mit doppelter Scheune und Hofraum, 13 Ruthen groß, liegt zu Hagenbach an der Ludwigstraße am schönsten und bequemsten Platze, bildet ein Eckhauß, liegt dem Schulhauße und der Kirche gegenüber und hat einen Wert von 1800 bis 2000 Gulden.

Im Gemeinderath von Hagenbach glaubt es in seinen Pflichten und im allgemeinen Interesse, seine Aufmerksamkeit auf diese Gelegenheit zu wenden, und das fragliche Scherrer`sche Anwesen für die Gemeinde zu erwerben und auf dem Platz ein dem Bedürfniss entsprechend – Rathaus zu bauen.“

Die Gründe waren folgende:

Die Gemeinde würde niemals mehr einen „so schönen und zweckmäßigen Platz an der Hauptstraße erwerben könne, da ein solcher im ganzen Orte nicht mehr vorhanden war.

Das benannte Anwesen wurde seitens der Gemeinde erworben und im September dem Landeskommissariat in Germersheim mitgeteilt, dass man ein Rathaus zu bauen beabsichtige.

Im April 1847 traf dann folgendes erlösende Schreiben in Hagenbach ein:

Im Namen Seine Majestät des Königs
Seine Majestät der König haben gemäß höchster Mininsterialentschließung vom 24. des Vormonats dem geänderten, die Kosten jedoch nicht vermehrenden und gestempelt anbei folgenden Entwurf laut Beilage zu einem neuen Rathhauße in Hagenbach veranschlagt zu 7300 Gulden deren Deckung genügend nachgewiesen wurde, allergnädigst zu genehmigen

Jetzt hatte man es seitens der Behörden sogar eilig. Von Germersheim wurde ein Schreiben verschickt mit folgendem Text:

Es ist bekannt, dass bei Gemeindebauten die meistens Verzögerungen dadurch entstehen, dass nicht frühzeitig genug die Materialien bestellt werden können, was besonders in Bezug auf die Steinhauerarbeiten der Fall ist. Es ist erforderlich, dass die Ausschreibungen alsbald stattfinden.

Im Frühjahr 1847 war der Baubeginn und die Fertigstellung und der Einzug erfolgte im Jahr 1848. Dass unsere Vorfahren dieses Rathaus bauten und wie sie es bauten, war Ausdruck ihres Selbstbewusstseins und ihres Selbstvertrauen. Sie waren auf die Zukunft orientiert und errichteten deshalb ein repräsentatives, sozusagen auf die Ewigkeit gerichtetes Gebäude. Übrigens: In der Zeit, in der das Gemeindehaus errichtet wurde, war Franz Xaver Schneider Bürgermeister in Hagenbach.

Soweit ein Auszuge aus „Hagenbach Stationen seiner reichen Geschichte.

Seit der Bildung der Verbandsgemeinde ist das “Alte Rathaus“ Sitz der Orts- und jetzt des Stadtbürgermeister. Außerdem öffnet es im Dienste der Hagenbacher Volkshochschule seine Räume zu Präsentationen, zum Abhalten von Vorträgen und zu Aufführungen von Konzerten. Liebevoll spricht man in Hagenbach „von unserem Rathaus“ oder beim RatssaaI von „Galerie Altes Rathaus“ im Jahre 1996 wurde im Rahmen einer Renovierung sein Dach neu gedeckt, die Außenwände mit einem neuen Anstrich versehen und die Sandsteinstufen der Außentreppe neu ausgewechselt.

Ein Rathaus erzählt die Geschichte einer Gemeinde. Wir fühlen uns unseren Traditionen verbunden und haben deshalb die baukünstlerischen Leistungen unser Vorfahren sorgsam restaurieren zu lassen. Aber wir fühlen uns auch der Gegenwart und der Zukunft verbunden und haben deshalb das Gebäude so verändert, dass es den modernen Anforderungen entspricht. Und damit schlagen wir ein neues Kapitel in der Geschichte unseres Rathauses auf.

Das erneuerte Rathaus ist ein Symbol dafür, dass Hagenbach sich den Herausforderungen der heutigen Zeit stellt und Projekte durchzieht, die auf die Zukunft gerichtet sind.
Stadtbürger F.X. Scherrer freute sich, den Umbau nunmehr seiner Bestimmung übergeben zu dürfen und wünschte allen, dass das alte Rathaus Zeuge erfolgreicher und friedlicher Zeiten sein möge.

F.X. Scherrer
Stadtbürgermeister

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Probesitzen am Tag der Offenen Tür auf dem Stuhl des Stadtbürgermeister durch Hanna Scherrer

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v.l.n.r. Stadtbürgermeister Franz Xaver Scherrer, Marie-Luise Scherrer, 1. Beigeordneter Christian Hutter, Dipl.Ing. Silvia Knötig, 2. Stadtbeigeordnete Iris Fleisch, Uwe Fleisch

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Ein Dankeschön an die beiden Musikerinnen Frau Heidrun Paulus und Frau Naila Alvarenga

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Ein Dankeschön von Stadtbürgermeister F.X. Scherrer an die freie Architektin Dipl.Ing. Frau Silvia Knötig

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Mitglieder des Stadtrates mit Bürgern beim Umtrunk

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Begrüßung durch Stadtbürgermeister F.X. Scherrer

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Ehrengäste mit Pfarrer Dr. Patrick Asumugha und Bürgermeister Reinhard Scherrer

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Musikerinnen Frau Naila Alvarenga und Frau Heidrun Paulus

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Ein Dankeschön an die Künstler für die Bildausstellung v.l.n.r. F.X. Scherrer, Ernie Wölfel, Jochen Brockschmidt und Agnes Genzler

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Ein Teil des Seniorenbeirats im Gespräch

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Ein Blick in die Runde der Gäste

Bilder: Walter Knöll und Helmut Genzler

(zur Verfügung gestellt durch Stadtbürgermeister F.X. Scherrer)

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